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Kategorie: Religion und Gesellschaft

Das jüdische Pessach-Fest wird auch „Fest der Freiheit“ (chag he-cherut) genannt und das ist keine blosse Abstraktion aus der geschichtlichen Erzählung heraus, der Sklaverei in Ägypten entkommen zu sein: Es ist vielmehr eine konkret erlebbare Erfahrung, gehört doch zum Ritual […]

Das Phänomen der sozialen Kontrolle in muslimischen Gesellschaften ist vielfach beschrieben worden, vor allem von Fatima Mernissi, aber auch von Ahmet Toprak, Lamya Kaddor, Ahmad Mansour und anderen. Soziale Kontrolle gibt es zwar überall, in muslimischen Gesellschaften ist sie aber besonders hoch.

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Gottfried Curio (AfD) will die Verbreitung gesetzwidriger Lehren in Deutschland unterbinden. Gemeint ist der Islam, den der AfD-Abgeordnete in seiner Rede im Bundestag als von unveränderlich intoleranter Wesensart skizzierte. Folgt man der Argumentation von Curio, ist der Islam weder interpretierbar noch wandlungsfähig. […]

Dass der Islam mit dem Grundgesetz unvereinbar sei, gehört zum Glaubenbestand von Rechtskonservativen. Dies zeugt von einem merkwürdigen Verständnis des liberal-demokratischen Rechtsstaates.

In der Argumentation von Rechtskonservativen und Rechtspopulisten hat sich der Rechtsstaat gleichsam als eine Art TÜV für Religionen zu verhalten. Jede einzelne Religion müsse demnach im Labor der Tester auf seine Grundgesetztauglichkeit untersucht und entsprechend bewertet werden. Besteht eine Religion den Test nicht, soll sie aus dem Verkehr gezogen werden.

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(Forts.) Hinzu kommt ein seit der Renaissance sich abzeichnender Individualismus, der vor allem in der Kunst sichtbar wird. Dieser Prozess spielte sich aber vor allem im westlichen, lateinischen Europa ab, weniger im östlichen, orthodoxe Europa oder in der arabisch-islamischen Welt. Ein weiterer Graeco-Arabist, Gotthard Strohmaier, kritisiert, dass der Diskurs über die Bedeutung der arabischen Wissenschaften für Europa ideologisch stark aufgeladen ist.

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(Forts.) Denn mit ihr änderte sich auch die Stellung des Menschen im Universum, was später einen Nachhall in der Relativierung konfessioneller Dogmen und der Entstehung des Deismus finden sollte. Kopernikus selbst stellte sein Werk in die Tradition des Humanismus, seine Theorie wurde zum „Seinsmodell der Neuzeit‟ (Hans Blumenberg).

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