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Naher und Mittler Osten

Die Zukunft Syriens

Syriens neuer Machthaber Ahmed al-Sharaa entstammt bekanntlich einer islamistischen, terroristischen Organisation, die al-Qaida nahestand, weswegen sein politischer Kurs, der auf Ausgleich und Stabilität zielt, von vielen innerhalb und ausserhalb des Landes mit Argwohn beäugt wird. Ist vielleicht alles nur Taktik?

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Die Zukunft der Kultur

Anleitung zum Kulturoptimismus

Dieser Tage bin ich nach langer Zeit wieder auf Spinoza gestossen, mit dem ich mich das letzte Mal intensiver im Zusammenhang mit dem christlichen Hebraismus des 18. Jahrhunderts befasste, was nun schon einige Jahre her ist. Noch heute hat uns Spinoza eine Menge zu sagen, wenn wir den Blick abwenden von der Atheismusdebatte des 18. Jahrhunderts, als Lessing sich zu den damals als ketzerisch empfundenen Aussagen Spinozas bekannte, und ebenso von seiner politischen Philosophie.

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China

Nie denselben Weg

Man stelle sich einmal vor, man hätte uns auf der Schule zuerst das Schriftsystem einer fremden Sprache vermittelt, bevor man uns die lateinischen Buchstaben zutraute und wir müssten, um auf unseren Smartphones in unserer Sprache und mit unseren Buchstaben etwas formulieren zu können, auf ein fremdes Schriftsystem – jenes, das wir als erstes gelernt haben würden – zurückgreifen, um es dann von einem Algorithmus in unser eigenes Schriftsystem übertragen zu lassen. Wenn das nicht verrückt klingt!

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Serie

Zwischen Religion und Politik X – Schluss

Das moderne, diesseits- und lebensbejahende Gemeinwesen bedarf eines entsprechenden Ethos, das sich aus der Religion speisen kann, aber nicht muss. Nicht nur Institutionen erhalten es lebendig, sondern auch qua Sozialisation vermittelte Werte und Denkmuster, deren religiöser Ursprung dem einzelnen freilich nicht immer bewusst ist. Natürlich sind Menschen nicht in ihrer Religion gefangen, sodass es ihnen unmöglich wäre, anders als nach den Vorgaben jener zu handeln. Dass es keinen solchen Determinismus gibt, heisst aber noch nicht, dass Menschen sich in ihrem Handeln deshalb nicht von sakralen Schriften inspirieren oder von religiösen Idealen leiten lassen können.

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Serie

Zwischen Religion und Politik VII – Dimensionen der Säkularität

Die in der Forschung vertretene Vermutung, dass Modernisierung mit einem Bedeutungsverlust von Religion in der Gesellschaft einhergehe (Säkularisierungsthese), ist in jüngerer Zeit infrage gestellt worden und seitdem Gegenstand einer interdisziplinären Kontroverse. Die Schwierigkeit liegt darin, dass religiöse Handlung als solche nicht immer leicht zu identifizieren ist, weil schon das Wesen von Religion umstritten ist.

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Serie

Zwischen Religion und Politik V – Im Spiegelsaal der Moderne

Mag der Fortschrittsgedanke auch weithin akzeptiert sein, so wird er doch herausgefordert durch das Postulat von einer „multiplen Moderne‟, das beinahe selbst mythische Qualitäten besitzt, indem es sich der Frage verweigert, was die Moderne von anderen Epochen unterscheidet und was sich mit ihr geändert haben soll. Es ist vielmehr ein Apotropaion, ein Abwehrzauber, der in der Beschwörung unterschiedlicher „styles of modernism‟ (Stephen Toulmin) einer vermeintlichen Gleichmacherei der Kulturen durch den Weltmarkt Einhalt gebieten soll.

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Kritik des Paternalismus

Die islamische Welt dreht sich im Kreise – und westliche Intellektuelle applaudieren (III)

Während im Westen in einem langwierigen Prozess „die Steigerung des Sinngehaltes in der Geschichte zu einem völlig innerweltlichen Phänomen ohne transzendentale Einbrüche‟ (Eric Voegelin) geführt hat, hadern die islamischen Gesellschaften mit einer solcher Entwicklung.

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Kritik des Paternalismus

Die islamische Welt dreht sich im Kreise – und westliche Intellektuelle applaudieren (II)

Dabei möchten westliche Betrachter so gern glauben, dass sich in der islamischen Welt soviel regt, dass soviel im Gange ist. Sie glauben das schon ziemlich lange: Jedes Jahrzehnt hat seine Reformdenker auf islamischer und seine Bewunderer auf westlicher Seite. Dass eine Modernsierung aus dem Geiste des Islam heraus längst gescheitert ist, will keine Seite wahrhaben.

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Kritik des Paternalismus

Die islamische Welt dreht sich im Kreise – und westliche Intellektuelle applaudieren (I)

Wer ein islamisches Land des Nahen Ostens bereist, wird recht bald die Bekanntschaft mit Menschen machen, die sich ihm leicht öffnen. Man merkt schnell, dass die dortigen Gesellschaften alles andere als monolithisch sind.

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Religion und Gesellschaft

Ist zum islamischen Kopftuch bereits alles gesagt?

Keine Frage: In einer liberalen Demokratie muss man das islamische Kopftuch aushalten. Das Recht, aus religiösen oder anderen Gründen in der Öffentlichkeit ein Kopftuch zu tragen, darf nicht bestritten werden. Auf einem anderen Blatt allerdings steht, ob man das islamische Kopftuch deswegen gleich verteidigen muss.

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