Es sieht schlecht aus für das Regime Wladimir Putins wie dasjenige Ali Khameneis. Beide Diktatoren haben abgewirtschaftet, ihre Machtbasis bröckelt, die wirtschaftlichen Aussichten ihrer Länder, Russlands wie Irans, sind düster. Dennoch darf der Westen ihre Aggression nicht unterschätzen.
Russland fährt enorme Verluste auf ukrainischem Boden ein, an Soldaten wie an geraubter Landmasse. Es wird immer offensichtlicher, dass es diesen Krieg nicht gewinnen kann. Putins letzte Hoffnung liegt auf Trump, indem dieser versucht, der Ukraine territoriale Zugeständnisse abzuringen. Der gezielte Angriff auf ukrainische zivile Einrichtungen soll die Ukrainer zermürben.
In Wahrheit wird nur Putins Machtbasis mürbe. Mittlerweile lässt er menschliches Kanonenfutter aus Afrika anwerben, um es auf das Schlachtfeld zu werfen. Auch sein Verbündeter, Ali Khamenei, kann ihm nicht helfen. Die Shahed-Drohnen aus iranischer Produktion haben zwar viel Leid und Zerstörung über die Ukraine gebracht, dennoch sind Russlands Kriegsziele so weit entfernt wie je zuvor.
Putin und Khamenei haben ihre Autorität längst eingebüsst
Ali Khamenei steht im eigenen Land ebenfalls vor einem Trümmerhaufen. Kapital verschwindet schneller aus dem ausgebluteten Land, als die Ölproduktion Einnahmen generieren kann. Die eigene Bevölkerung lehnt sich gegen ihn auf und wird sich mehr und mehr gegen ihn auflehnen, je weniger sie zu verlieren hat.
Der Besuch am Mausoleum des verstorbenen Staatsgründers Khomeini vor einiger Zeit hat auch keine Dämonen geweckt, die Khamenei hätten helfen können. Ebenso hat Putins geistlicher Beistand Kirill, Patriarch von Moskau, es noch nicht geschafft, russische Panzer mit göttlicher Power zu verstärken.
Also muss wieder nackte Gewalt ihren Dienst tun, werden Oppostionelle mit Froschgift getötet und verwundete Demonstranten in Krankenhäusern samt ihren Pflegern erschossen. Doch diese Reaktionen zeigen nur, dass Putin und Khamenei ihre Autorität im eigenen Land längst eingebüsst haben. Wie der grosse spanische Liberale Salvador de Madariaga (gest. 1978) einst sagte:
«Autorität aber ist ein Fluidum, das eine Person, eine Institution oder ein Volk in den Stand setzt, die freiwillige Zustimmung anderer zu erlangen. Gewalt beruht auf Furcht, Autorität auf Vertrauen. Im politischen Leben aber gilt der Grundsatz, dass umso weniger von Autorität gesprochen werden kann, je mehr Gewalt angewandt wird.»
So wird sich die Gewalt von Putin und Khamenei eher früher als später gegen sie selbst richten, wenn erst die Stützen ihrer Regime, ob russische Silowiki oder iranische Pasdaran, um ihre Zukunft und ihre Pfründen bangen. Der Westen darf jetzt nicht den Fehler machen, diesen wankenden Regimen einen Rettungsanker zuzuwerfen.
