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Krieg und Frieden

Die Achse Teheran-Moskau

Wladimir Putin, Präsident der Russischen Föderation und notorischer Kriegsverbrecher, ist der wichtigste verbliebene Verbündete von Khamenei, dem Schlächter von Teheran. Bei all unserer Solidarität für die Menschen in Iran dürfen wir daher die Ukraine nicht vergessen, zumal beider Schicksal miteinander verwoben ist.

Putin benutzt sowohl iranische Drohnen als mit chinesischer Technologie betriebene aus eigener Produktion, um mit ihnen vorsätzlich die zivile Infrastruktur der Ukraine zu zerstören, die Menschen der Kälte auszusetzen und sie zu zermürben. Gleichzeitig stilisiert er sein Land zum Opfer und lässt offiziell noch immer von einer «militärischen Spezialoperation» sprechen.

Doch Krieg bleibt Krieg und es ist Putin, der ihn befehligt und der zu verantworten hat, dass ihm bislang 1,2 Millionen Russen und 400.000 Ukrainer zum Opfer gefallen sind. So viele gelten als getötet, verstümmelt oder verschollen. Das alles ist unfassbar zynisch und menschenverachtend, zumal die Ukraine durch Putins Krieg gezwungen ist, Männer von ihren Familien wegzuziehen, um sie an die Front zu schicken.

Doch nicht nur russische Bürger, die es wagen, öffentlich Putins Kurs zu kritisieren, werden mit drakonischen Strafen überzogen, auch Kritiker im Ausland sollen mundtot gemacht werden, darunter der Düsseldorfer Karnevalswagenbauer Jacques Tilly, weil er es gewagt hat, Putin als den Schlächter darzustellen, der er ist.

«Nie wieder Krieg» – Mahnmal in Bochum-Weitmar, 2025

Während eine russische Schattenflotte versucht, europäische Infrastruktur zu sabotieren, versuchen Ukrainer, die unter die russische Besatzung geraten sind, unter erniedrigenden Umständen zu überleben. Die «Zeit» hat über das Leben im ukrainschen Berdjansk recherchiert, wie die russische Besatzung aussieht, die offiziell eine Befreiung ist.

Menschen werden willkürlich verhaftet, während russische Milizen aus Tschetschenien, Dagestan und Nordossetien die Strassen unsicher machen und Kriminellen, die sich am Eigentum der Ukrainer bereichern wollen, gewähren lassen. Wer Geld vom Automaten abheben will, braucht einen russischen Pass.

Krankenwagen gibt es in Berdjansk ebenfalls nur für Russen, die sich entsprechend ausweisen müssen; Wohnungseigentum von Ukrainern kann jederzeit beschlagnahmt werden, um dort Russen unterzubringen. Ukrainische Frauen werden mit Strom gefoltert und ihnen eingehämmert, dass sie Huren sind, die besser keine Kinder gebären sollen.

Konzertierter Angriff auf den Westen

Die ukrainische Kultur wird durch Drohnen, Raketen und Artillerie zerstört, zum Teil sogar gezielt, um die Identität der Ukraine unter der russischen Besatzung auszulöschen. Kunstwerke und Museen, die keinerlei strategischen Wert haben, werden bombardiert. Vor diesem Hintergrund ist es kein Wunder, dass Putin und Khamenei enge Verbündete sind.

Khamenei versucht seit langem, die iranische nationale Identität zugunsten einer islamischen zu verdrängen und wie Putin wähnt er sich dabei in einem finalen innen und äusseren Abwehrkampf gegen das Böse, das sich in der liberalen westlichen Kultur verkörpert. Dass nun ausgerechnet im wichtigsten Land des Westens, den USA, mit Donald J. Trump ein Mann Präsident ist, der mit liberalen Werten eher wenig anfangen kann, ist eine Schwäche, die sie auszunutzen wissen.

Der russische Angriffskrieg in der Ukraine wäre jedenfalls wohl schon längst vorbei, hätte Trump zu Beginn seiner zweiten Amtszeit dem Land seine bedingungslose militärische Unterstützung zugesagt. Sein Vorgänger im Amt, Joe Biden, war nur scheinbar besser. Zwar stand er an der Seite der Ukraine, war aber sehr darauf bedacht, diese militärisch zu zügeln, um Russland nicht zu verärgern.

Putin und Khamenei haben einen konzertierten Angriff auf den Westen gestartet. Vielleicht schon bald ist die Islamische Republik, die Krieg gegen die eigene Bevölkerung führt und Terrorganisationen im Ausland finanziert, Geschichte. Die Ukrainer aber müssen wir weiter unterstützen und uns stets daran erinnern, dass Putin, wenn er wollte, diesen Krieg von jetzt auf gleich beenden könnte.

Von Michael Kreutz, Dr. phil.

Orientalist (Dr. phil.), Politologe & Kulturjournalist. Website: www.michaelkreutz.net

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