Eine Zeitung möchte streiten, ohne dass gestritten wird.
Autor: Michael Kreutz, Dr. phil.
Orientalist (Dr. phil.), Politologe & Kulturjournalist. Website: www.michaelkreutz.net
Ein Orientalist hat etwas falsch verstanden.
Faktencheck ist gross in Mode, aber noch so steile Thesen werden kaum auf Fakten gecheckt, wenn sie aus einer bestimmten politischen Ecke kommen. So haben Verwirrrung und Desinformation leichtes Spiel und kann ein Publizist ohne kritische Nachfragen befürchten zu müssen, seine Behauptung von einem gemässigten Flügel der Hamas weiter unter die Leute bringen.
Weniger als zehn Prozent soll die Beteiligung an den letzten Wahlen betragen haben, so berichten inoffizielle Quellen aus Iran. Das Teheraner Mullah-Regime ist und bleibt in der iranischen Bevölkerung verhasst und hat alle paar Jahre mit einer Protestwelle zu kämpfen, die das ganze Land erfasst und die es jedesmal nur mit grösster Mühe niederzuschlagen imstande ist. Doch es hält sich hartnäckig an der Macht – und das hat gleich mehrere Gründe.
Die Minderheit ist eigentlich eine Mehrheit, irgendwie.
Dass Deutschland keine Revolution kannte und damit hinter Ländern wie England, den Vereinigten Staaten oder Frankreich zurückblieb, ist ein überkommenes Geschichtsbild, das schon seit längerem von Historikern hinterfragt wird. Denn ganz so einfach liegen die Dinge nicht. Die Revolution von 1848 mag gescheitert sein, doch blieb sie nicht ohne Wirkung. Hat es in Deutschland aber überhaupt so etwa wie eine Revolution gegeben?
Basiswissen über den Nahen Osten hat es weiterhin schwer.
Wirkung und Ursache sollte man nicht verwechseln.
Zweistaatenlösung
Die Hamas hat Grund zur Freude.
In Deutschland sind viele Menschen überrascht, wenn sie erfahren, wie Rechtsextreme ticken.
