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Religionspolitik

Was die AfD nicht versteht

Der Islam «mit seinen wesentlichen Rechtstheorien …» sei «mit der Demokratie, mit dem Grundgesetz nicht vereinbar», findet die AfD-Vorsitzende Frauke Petry und verleiht damit einer Haltung Audsruck, die in rechtskonservativen Kreisen weitverbreitet ist. Was sich hier widerspiegelt, ist zwar keine antidemokratische Gesinnung, die Äusserung von Petry macht aber deutlich, dass man in der AfD gar nicht verstanden hat, wie eine liberale Demokratie in Bezug auf Religion funktioniert.

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Politik und Geschichte

Genozid und Staatsräson

In Deutschland herrsche eine «repressive Atmosphäre» in Bezug auf die Ereignisse von 1915, liest man in einer Stellungnahme der türkischen Botschaft anlässlich der Entschliessung des deutschen Parlaments, in diesem Zusammenhang von einem Völkermord an den Armeniern zu sprechen.

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Neuerscheinung

Michael Kreutz: Zwischen Religion und Politik

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Das Verhältnis von Religion und Politik und beider Verhältnis zur Moderne ist nicht zuletzt durch die steigende Sichtbarkeit des Islam in den westlichen Ländern verstärkt Gegenstand einer Debatte geworden, die ganz unterschiedliche Aspekte berührt und neu aufrollt. Individualismus, Pluralismus, innerweltliche Askese und Diesseitsbejahung, Säkularismus und Rechtsstaatlichkeit stehen hierbei im Mittelpunkt. In meinem neuen Buch zeichne ich die Entstehung dieser Elemente nach und widme mich der Frage, warum sie in der islamischen, z.T. auch in der christlich-orthodoxen Welt nicht oder in nicht vergleichbarem Masse realisiert worden sind wie dies im Westen der Fall war.

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Transatlantisches

Lügen zu Pflugscharen

Es ist schon bemerkenswert, wie gering das deutsche Echo auf die PR-Strategie der Regierung Obama ist, die amerikanische und die Weltöffentlichkeit für das Atomabkommen mit den USA zu begeistern – bemerkenswert auch deshalb, weil eine ähnliche Vorgehensweise durch konservative Vorgängerregierungen hierzulande für massive Entrüstung gesorgt hat. Aber da ging es noch um Bush.

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Deutschland

Völkisches Brodeln

Als ich vor vielen Jahren einmal Stipendiat des Staates Israel war, wurde ich mit den anderen Stipendiaten vom Aussenministerium in Jerusalem eingeladen. Dort erhielten wir als Willkommensgeschenk u.a. eine Broschüre mit Fragen und Antworten rund um das Thema Israel, in der es auch ein Lemma «Holocaust» gab. Was ich dort las (ich habe die Broschüre heute noch), verblüffte mich.

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Religion und Gesellschaft

Islamisten für die Demokratie

Erstaunliches erfährt man dieser Tage aus einem Interview mit einem deutschen Arabisten. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, auch, weil die hier zum Ausdruck kommende Denkweise typisch für nicht wenige Vertreter des Faches ist.

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Antisemitismus

Was BDS mit Antisemitismus zu tun hat

BDS steht für «Boycot, Divestment and Sanctions» und ist nach Ansicht seiner Befürworter das aktuell heiss gehandelte Mittel gegen die israelische Besatzung wo auch immer. Was ist daran nicht nur falsch, sondern so verwerflich, dass Kritiker es mit Antisemitismus in Verbindung bringen?

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Markt und Politik

Der linke Antiökonomismus

Nun gehen sie wieder auf die Strasse, die linken Kapitalismusverächter, gegen TTIP, natürlich. Dass es die Marktwirtschaft ist, der Deutschland ganz wesentlich seinen Wohlstand verdankt und dass TTIP von der Politik vorangetrieben wird, weil es deutsche und europäische Interessen bedient, wird ausgeblendet. Nicht Kritik an Teilen von TTIP wird geübt, sondern am Freihandelsabkommen als solchem, ganz so, als würden nur andere profitieren, nur die USA, nur die Konzerne, nur das Kapital, nicht wir.

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Radikalismus und Gewalt

Fauliges Osterei

Wollen wir den totalen Krieg?» fragt ein «Spiegel»-Kolumnist, der auch nur irgendwie weiss, dass man Terroristen nicht bekämpft, indem man Törtchen nach ihnen wirft, aber mit Bomben eben auch nicht. Womit aber dann? Da die Terroristen von Brüssel, Paris et al. meist «homegrown» sind, kann das Militär nicht viel ausrichten, da muss erst die Software aus den Köpfen heraus.

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Wissenschaft und Forschung

Mit apokryphen Texten zum gesellschaftlichen Frieden

In Paderborn, wie die „Welt am Sonntag‟ berichtet, ist kürzlich ein Projekt abgeschlossen worden, das sich den „koranischen Zugängen zu Jesus‟ widmete. Das könnte eine interessante Sache sein, aber skeptisch macht die Tatsache, dass ein solches Projekt gleich wieder ideologisch überformt werden muss, wonach die Forschungsergebnisse nichts weniger als „die Zukunft des gesellschaftlichen Friedens beeinflussen‟ könnten.

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