Trumps Politik sei erratisch, eine Strategie im Nahen Osten nicht erkennbar, er sei ein Präsident zum Fürchten. Egal welche Zeitung man aufblättert oder welchen Sender man einschaltet, alle Kommentatoren scheinen sich einig: Russland habe gesiegt, der Westen eine Niederlage erlitten. Was war geschehen?
Schlagwort: Naher Osten
Ein Artikel in dem ägyptischen Journal al-Hilal vom 7. April 1914 berichtet, dass die Juden Palästina dominieren, indem sie die Ländereien auf gesetzlich legalem Wege gekauft haben. Die Juden setzen ihre Anstrengung daran, Ländereien in Palästina zu erwerben, wo immer es ihnen mit welchen Mitteln auch immer möglich ist durch die Hilfe der Zionistischen Weltorganisation. Muslime, Christen und andere Einheimische protestieren gegen den Landverkauf an die Juden, die dort ihre eigene Regierung innerhalb der osmanischen Regierung haben. Dazu gehören eine eigene Post und eine Zivilgerichtsbarkeit, heisst es in dem Artikel.
Hätten die Briten den Mufti von Jerusalem vor achtzig Jahren auf die Seychellen deportiert, sähe die Welt heute anders aus, denn dann wäre der unter Führung des Muftis aufkeimende islamistische Terror nie zu einem globalen Phänomen geworden. Das ist eine starke These, die der Politikwissenschaftler Matthias Küntzel da aufstellt – und überaus fragwürdig. Beim Aufstieg des islamistischen Terrors sind noch andere Faktoren im Spiel, die zum Teil weit in die Geschichte zurückreichen, zum Teil jüngeren Datums sind.
Trump in Riad
Das war eine erstsaunliche Rede, die der amerikanische Präsident da gehalten hat: auf dem arabisch-islamisch-armerikanischen Gipfel in der saudischen Hauptstadt. Trump, und das ist die gute Nachricht, hat gezeigt, dass er lernfähig ist. Befürchtungen, er würde sich wie der sprichwörtliche Elefant im Prozellanladen aufführen, erwiesen sich als grundlos. Vielmehr hat Trump gezeigt, dass er auch Diplomatie kann.
Dass das westliche Eingreifen in islamischen Ländern ein generelles Debakel ist, lässt sich kaum noch bestreiten. Weder der Sturz von Diktatoren noch der Krieg gegen den Terror haben rechtsstaatliche Strukturen begünstigt oder Feindseligkeiten gegenüber dem Westen gedämpft. Viele sagen, dass das ernsthaft auch nicht zu erwarten gewesen sei.
Die Moderne nicht vollständig realisiert zu haben, ist vor allem der Islamischen Welt nachgesagt worden. Einspruch kommt von dem Arabisten Thomas Bauer, der jene zumindest in historischer Perspektive für weitaus fortschrittlicher hält, als der heutige Zustand vermuten lässt. Sein zentrales Kriterium für dieses Urteil ist die „Ambiguitätstoleranz‟, die in der Islamischen Welt über Jahrhunderte in ungleich höherem Masse gepflegt worden sein soll als im Westen.
Herr Lüders und der Sündenfall
Derzeit gross angesagt ist das im vergangenen Jahr erschienene Buch des Nahostexperten Michael Lüders, der aus den Medien weithin bekannt ist. Tatsächlich handelt es sich um ein Machwerk, wie gleich schon zu Beginn deutlich wird. Den Sturz des iranischen Ministerpräsidenten Mossadegh 1953 erklärt er darin um «Sündenfall» des Westens im Nahen Osten schlechthin.
Der scheinbare Aufstieg des sog. Islamischen Staates (IS) aus dem Nichts sowie seine beispiellose Grausamkeit, die er nicht etwa verbirgt, sondern in einer überaus professionell anmutenden Medienstrategie gezielt über die sozialen Netzwerke verbreitet, ist für die Weltöffentlichkeit Schrecken und Faszinosum zugleich. Der amerikanische Nahostfachmann William McCants hat nun in einer auf umfangreicher Auswertung von Originalquellen basierenden Publikation gezeigt, was den IS so einzigartig macht.
Nicht wenige Islam- und Religionswissenschaftler heutzutage wollen den Islam nicht nur erforschen, sie wollen ihn retten. Deswegen glauben sie, sie hätten das Recht, Fakten zu verschleiern, Desinformation zu betreiben und ungebremst Mumpitz zu verbreiten.
Dschihad für den Kaiser
Ein Artikel in der «Welt» widmet sich den historischen Hintergründen des Romans «Grünmantel», dessen Protagonist im Mittelpunkt auch der «39 Stufen», eines Filmes von Alfred Hitchcock steht. Der Film wurde von Hitchcock unter dem Titel «Der unsichtbare Dritte» noch einmal neu verfilmt, jedenfalls sind der Stoff und selbst einige Szenen identisch, man denke hier nur an diejenige im Auktionssaal, wohin der Held sich zwischenzeitlich flüchtet, oder die Schlussszene, die in den «39 Stufen» auf einem Gebirgsplateau spielt, im «Unsichtbaren Dritten» auf dem Mt. Rushmore. Doch das nur am Rande.
