Nicht wenige Islam- und Religionswissenschaftler heutzutage wollen den Islam nicht nur erforschen, sie wollen ihn retten. Deswegen glauben sie, sie hätten das Recht, Fakten zu verschleiern, Desinformation zu betreiben und ungebremst Mumpitz zu verbreiten.
««… wie hätten Christen reagiert?»» weiterlesenDschihad für den Kaiser
Ein Artikel in der «Welt» widmet sich den historischen Hintergründen des Romans «Grünmantel», dessen Protagonist im Mittelpunkt auch der «39 Stufen», eines Filmes von Alfred Hitchcock steht. Der Film wurde von Hitchcock unter dem Titel «Der unsichtbare Dritte» noch einmal neu verfilmt, jedenfalls sind der Stoff und selbst einige Szenen identisch, man denke hier nur an diejenige im Auktionssaal, wohin der Held sich zwischenzeitlich flüchtet, oder die Schlussszene, die in den «39 Stufen» auf einem Gebirgsplateau spielt, im «Unsichtbaren Dritten» auf dem Mt. Rushmore. Doch das nur am Rande.
«Dschihad für den Kaiser» weiterlesenDie Erfindung eines Versprechens
In der der Redaktion der «Zeit» interessiert man sich derzeit für die Kolonialgeschichte des Irak und hat sich ein bisschen in die ältere Literatur zum Thema eingelesen. Herausgekommen ist ein Artikel, der seiner Leserschaft vermittelt, dass «die Araber», die von einem unabhängigen Grossreich träumten, von den Briten schmählich hintergangen wurden.
«Die Erfindung eines Versprechens» weiterlesenImmer der Ami
Als die Amerikaner diverse nahöstliche Potentaten unterstützten, waren nicht wenige im Westen der Meinung, dass es kaum Demokratie im Osten geben werde, solange die Amerikaner an jenen Potentaten festhielten. Seitdem eine amerikanisch geführte Koalition das irakische Baath-Regime gestürzt hat, heisst es, dass Amerika nun ein beispielloses Chaos im Land zu verantworten habe.
Experten und Mythen
Es nützt ja alles nichts, manche Mythen lassen sich einfach nicht ausrotten. Einmal mehr darf ein zum «Experten» geadelter Religionswissenschaftler ungehemmt seine Ahnungslosigkeit zur Schau stellen und Desinformation verbreiten (vgl. hier). Und wieder einmal sind alle Ideologeme des Dialogunwesens vorhanden. «Experten und Mythen» weiterlesen
Wie mit dem IS umgehen?
Nachdem der ISIS die Tabqa Airbase erobert hat, scheint nun Deir Ezzor an der Reihe zu sein. Dann wird die Terrortruppe nach Westen vorrücken, zum Militärflughafen Kuweires. Angeblich gehören ihr schon 100.000 Kämpfer an. Zulauf aus der Umgebung bekommen sie auch deshalb, weil die Staaten der Region korrupt sind, wenig Anlass für Vertrauen bieten und auf noch weniger Loyalität zählen können. Zudem soll das syrische Regime einen erheblichen Anteil am Aufstieg des ISIS haben.
«Wie mit dem IS umgehen?» weiterlesenImmer nur Israel
Wenn es ein Thema gibt, bei dem es völlig normal ist, dass Leute, die sich berufen fühlen, es zu kommentieren, selbst elementare Fakten nicht zur Kenntnis nehmen, dann muss es sich um Israel bzw. den Nahostkonflikt handeln. So erschien bei der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (NOZ) ein Kommentar zum aktuellen Stand der Friedensbemühungen amerikanischer Diplomatie, der grundlegende Denkfehler enthält, die immer wieder auftauchen, wenn es um das Thema geht (s. dazu auch die Anmerkungen von U. Sahm).
«Immer nur Israel» weiterlesenIslamisten einbinden
Islamisten muss man in demokratische Prozesse einbinden, dann werden sie gezwungen sein, praktische Lösungen für gesellschaftliche Probleme zu erarbeiten. Sie werden ihre Obstruktionshaltung aufgeben müssen und zu einer gemässigteren Haltung finden. Wie oft haben wir das in den vergangenen Jahren gehört!
«Islamisten einbinden» weiterlesenNahosterklärer wider die «Medienmeute»
Vielleicht die FAZ? Nein, dort werden die syrischen Anti-Assad-Kräfte als «Rebellen» oder «Aufständische» bezeichnet. Als «Freiheitskämpfer» jedenfalls nicht oder nur in Anführungszeichen. Oder der amerikanische Sender CNN? Nein, dort spricht man von «freedom fighters» meist in Anführungsstrichen. Grundsätzlich bevorzugt man auch hier die Ausdrücke «rebels» oder «insurgents«.
«Nahosterklärer wider die «Medienmeute»» weiterlesenMichael Kreutz: Das Ende des levantinischen Zeitalters
Es ist wieder einmal soweit: Hiermit beehre ich mich, die Publikation eines weiteren Buches anzukündigen. Es heisst «Das Ende des levantinischen Zeitalters» und handelt von der Nationswerdung der zum Osmanischen Reich gehörenden Völker in einem gemeinsamen Kontext.
Bislang waren es nur wenige Versuche einer Geschichtsschreibung in dieser Richtung unternommen worden, üblicherweise werden die Nationen Südosteuropas vornehmlich im Kontext der europäischen Geschichte studiert, die westasiatischen Länder und Ägypten im islamischen Kontext.
Dass es auch anders geht, will dieses Buch zeigen. Es ist aufschlussreich, die Regionen des Östlichen Mittelmeeres vor dem Hintergrund der gemeinsamen osmanischen Geschichte in Augenschein zu nehmen, so die zentrale These. Viele Dinge erscheinen so in einem neuen Licht und das gilt auch für Erscheinungen der Gegenwart.
Denn auch wenn nicht alles, was in der Gegenwart sich abspielt, mit der Geschichte erklärt werden kann, so immerhin doch vieles. Der Schlüssel zum tieferen Verständnis mancher Entwicklungen des Nahen Ostens und Südosteuropa liegt denn auch im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert. Davon handelt dieses Buch.
[pullquote]Kaufleute und Missionare, Gouverneure und Generäle, Poeten und Visionäre – und das Abenteuer einer Epoche. Vom Zerfall eines Reiches und der Wandlung einer Weltregion am Schnittpunkt von Zivilisationen und Religionen. (Umschlagtext)[/pullquote]
Quellen und Forschungsliteratur waren in solcher Überfülle vorhanden, doch habe mich auf das Wesentliche beschränkt. Um der Lesbarkeit willen wurde vieles gestrafft. Die Thematik ist komplex, das Buch dennoch mit dem Anspruch auf Leichtverständlichkeit geschrieben.
Neben Primärtexten hauptsächlich arabischer und neugriechischer Provenienz, haben viele Quellen in westlichen Sprachen Eingang in das Buch gefunden, darunter bislang unveröffentlichte Archivmaterialien. Allein in London habe ich zu diesem Zweck tausende von Dokumenten durchgesiebt. Viele Ereignisse, von denen die Quellen erzählen, stehen im Zusammenhang mit Akteuren, die in der Literatur bislang übergangen wurden.
Erzählt wird u.a. die Geschichte des letzten Khediven Ägyptens, der vergeblich seine Macht zurückzuerobern suchte, während ihm die europäischen Geheimdienste auf den Fersen waren. Oder die Geschichte des britischen Kolonialbeamten James H. Skene, der im syrischen Aleppo eine Gerichtsbarkeit nach westlichem Muster einzurichten sich bemühte – und grandios scheiterte.
Weitere Themen, die behandelt werden, sind die Diskussion um die Zukunft der Hagia Sophia; die Frage, inwieweit Israel zu Recht seinen Platz im Nahen Osten behauptet; der Kampf um Kleinasien; das Verhältnis von Staat und Religion in den Nachfolgestaaten des Osmanischen Reiches; die Instrumentalisierung von Geschichte und vieles mehr.
Zu den Herausforderungen, denen ich mich gestellt habe, gehört nicht nur, die Geschichte der Länder dreier Kontinente miteinander zu verweben, sondern auch, real- mit kultur- und ideengeschichtlichen Aspekten zu verknüpfen. Und das, ohne allzu viele Brüche in Kauf zu nehmen. Inwieweit ich diesem Anspruch gerecht geworden bin, möge der geneigte Leser selbst beurteilen.
Als echtes Rundum-Kunstwerk ist auch dieses Mal der Umschlag von mir selbst gestaltet worden (mit einem Bild, das sonst niemand hat). Dass der Leserschaft die eine oder andere neue Einsicht beschert werde, ist meine stille Hoffnung. Vielleicht wird sie auch ein wenig von der Freude angesteckt, die seinem Verfasser das Anfertigen des Buches bereitet hat.
Michael Kreutz: Das Ende des levantinischen Zeitalters. Europa und die Östliche Mittelmeerwelt, 1821-1939. Hamburg: Kovač, 2013. 434 Seiten, € 118,80. (Link)
