Heute hat der Zentralrat der Muslime mit einer Mahnwache am Brandenburger Tor ein starken Zeichen gegen die mörderische Ideologie der Attentäter von Paris gesetzt und unmissverständlich die Werte von Meinungsfreiheit und Pluralismus verteidigt. Die Attentate in Paris rechtfertigen keinen Fremdenhass, keinen Rassismus, und keine Brandanschläge auf Moscheen – niemals und unter keinen Umständen!
Schlagwort: Islam
Zu den Paradoxien des Postkolonialismus im Gefolge eines Edward Said gehört die Tatsache, dass ihre Anhänger in der erklärten Absicht, ein dichotomisches Weltbild zu überwinden, einem ebensolchen das Wort reden. Das gilt vor allem, wenn von den islamischen Ländern die Rede ist.
In meiner Studienzeit hatte ich einen Kommilitonen, mit dem ich mich gut verstand und der eigentlich ganz anders heisst, hier aber Tayfun genannt werden soll. Tayfun war ein netter Kerl, damals, Ende der Neunziger. Weil er in seinem Wohnheim keinen Fernseher hatte, kam er häufiger zu mir, um die Nachrichten zu schauen.
Experten und Mythen
Es nützt ja alles nichts, manche Mythen lassen sich einfach nicht ausrotten. Einmal mehr darf ein zum «Experten» geadelter Religionswissenschaftler ungehemmt seine Ahnungslosigkeit zur Schau stellen und Desinformation verbreiten (vgl. hier). Und wieder einmal sind alle Ideologeme des Dialogunwesens vorhanden.
Vom rechten Umgang mit Islamisten
Eine gängige Annahme besagt, dass die Gefahr, die von Islamisten ausgeht, am besten dadurch gebannt werden könne, dass man diese in politische Strukturen einbindet (s.a. hier); dann nämlich müssten sie sich in der Tagespolitik bewähren und würden von ihrem Radikalismus ablassen. Genau das bestreitet der amerikanische Nahostfachmann Shadi Hamid, der selbst jahrelang dieser Auffassung anhing.
Es geht einmal mehr um den Islam. Den milden Spott, den der Kabarettist Dieter Nuhr über die Religion ausgegossen hat, kritisiert ein Text im «Cicero» wie folgt: «Sein Fehler liegt darin, allen Ernstes eine Kausalität zu suggerieren, die nach folgendem Schema läuft: „Die Nazi-Denke, das liegt am Deutschsein, nicht an der NS-Ideologie.“
Desinformation bei der «Zeit»
Ein Online-Kommentar der «Zeit» regt sich über die aktuelle Titelgeschichte des «Focus» auf, die sich der «dunklen Seite des Islam» widmet. Kann schon sein, dass der «Focus» sich damit auf das Niveau eines Revolverblattes begibt und sich manches darin findet, was kritikwürdig ist. Aber die Kritik, wie sie im «Zeit»-Kommentar geübt wird, kommt einer Desinformation gleich.
Unser Wunschislam
Wenn es um die akademische Beschäftigung mit dem Islam geht, wird es häufig romantisch. Ein aktuelles Beispiel da für gibt ein Vertreter der «komparativen Theologie», der im Interview mit dem «Tagesspiegel» einige recht erstaunliche Dinge verkündet. Grundtenor ist wieder einmal die Behauptung, dass der Islam nicht den Terroristen überlassen werden dürfe.
Ach, unsere Intellektuellen. Wieder so ein launischer Text, an dem nichts stimmt. Auch dieses Mal geht es um den Nahen Osten und die altbekannten Versatzstücke zeigen, warum westliche Intellektuelle die Region so gerne falsch verstehen. Das Narrativ, dem sein anhängt, geht so:
Im Schaumbad des Dialogs
Paternalismus kann einem das Verständnis für Geschichte und Gesellschaft schon gründlich verhageln. Da widmet sich das «Interkulturelle Magazin» des BR der Überschreitung von Religionsgrenzen, fragt, warum die Menschen im christlich geprägten Westen sich eher für ostasiatische Religionen öffnen als für den Islam, und bittet sodann einen Religionswissenschaftler um Deutung.
