“Phase des Blutes und des Gewehres”

Man kann es gar nicht oft genug sagen, aber die Hamas will keinen Frieden. Die Starrköpfigen unter den Israelkritikern mögen für Argumente unzugänglich sein – alle anderen sollten sich einmal zu Gemüte führen, was Hamas-Führer Mahmoud al-Zahar zu Protokoll gibt.

Im Gespräch mit der saudischen “Asharq Alawsat” prahlt Zahar damit, dass Netanjahu den Krieg nach drei Tagen habe beenden wollen, weil sein Sicherheitsstab davon ausgegangen sei, dass die Hamas nicht über mehr als 300 Raketen verfüge. Daher seien sie überrascht gewesen, als eine weitaus höhere Anzahl auf Israel niederregnete und noch in den letzten Tagen die Zahl der Abschüsse sich erhöht habe.

Am Ende, so Zahar, habe die israelische Regierung die Forderungen der Hamas ohne Änderungen akzeptiert, anders als die israelische Presse behaupte. Tatsächlich habe die Hamas den israelischen Vorschlag, dass zuerst die Waffen auf beiden Seiten schweigen müssen, bevor die Grenzübergänge geöffnet werden, zurückgewiesen, und stattdessen gefordert, dass beides in einem Schritt geschehen müsse, wass Israel letztlich akzeptiert habe.

Die Strategie der Hamas sei somit aufgegangen, so Zahar, wie schon das Zerschmettern der israelischen Besetzung des Gazastreifens 2005 gelehrt habe. Deswegen, so Zahar, gelte nun: “Die Zeit, in der der Feind uns angegriffen hat, ist vorüber; jetzt ist die Phase gekommen, in der wir sie angreifen.” – Man nehme es bitte zur Kenntnis: Die Hamas will keinen Frieden.

Damit niemand denkt, das Reden vom Überfall sei nicht so gemeint oder gar als ein verklausuliertes Friedensangebot zu verstehen, erklärt Zahar, was er unter “angreifen” versteht, nämlich, dass die gegenwärtige Phase eine “des Blutes und des Gewehres” sei und es für das palästinensische Volk keine Alternative zum “Widerstand” gebe.

Denn die Besatzung, also Israel, wisse besser als je zuvor, dass “das vergossene Blut uns den Weg leuchten und die niedergerissenen Steine im besetzten Jerusalem aufgebaut werden.”

Unterdessen geht der Waffenschmuggel nach Gaza weiter. Und der nächste Krieg mit Israel ist nur eine Frage der Zeit.