Tunnel, Raketen, Wohnhäuser

Michael Kreutz • 14/11/2014

Der Sprecher der israelischen Armee, Arye Shalicar, erklärt im Interview mit dem “Krautreporter”, woher die massiven Zerstörungen in Gaza rühren:

Es kamen mehrere Situationen, wo wir auf ein Ziel geschossen haben, wo eine Rakete abgefeuert wurde auf Israel, und wenn du diesen Punkt angreifst und an diesem Punkt ein Tunnel gebaut wurde, 50 Meter, und zu einem Haus führte, denn oft kommen die aus einem Haus raus, gehen dann 50 Meter, kommen dann aus einem Loch raus, schießen, kriechen wieder zurück ins Loch, und dann ab ins Haus oder in die Moschee oder in den Kindergarten, was auch immer – und in diesem Tunnel befinden sich Raketen. Wenn du diese Raketenabschussrampe aus der Luft bombardierst, dann gehen alle diese Raketen, die unter dem Boden in dem Tunnel gebunkert sind, verbunden mit der Wohnung – dann gehen die alle auch in die Luft. Und wenn die alle in die Luft gehen, geht das Haus in die Luft.

Nur Scheinevidenzen legen etwas anderes nahe.

Absolution

Michael Kreutz • 14/11/2014

Warum laden Abgeordnete der Linkspartei zwei Möchtegern-Journalisten aus Übersee ein, um über die “Krise in Israel-Palästina” zu informieren? Dass die beiden Eingeladenen dafür bekannt sind, Israel über alle Massen zu schmähen, kann nicht der Grund sein, denn Typen wie Blumenthal und Sheen gibt es in Deutschland massenhaft.

Der Grund ist wohl ein anderer. Man muss sich nur die Erklärung der für die Einladung verantwortlichen Linkenpolitiker durchlesen. Darin nimmt man gegen einige Politikerkollegen, die es gewagt hatten, vor einer Einladung der genannten “Journalisten” zu warnen, diese mit einer bemerkenswerten Argumentation in Schutz:

Mit dem Anspruch, im Namen von sechs Millionen jüdischen Opfern des Holocaust zu sprechen, haben sie einen Boykott von Blumenthal und Sheen autorisiert, gerade weil diese beiden jüdischen Journalisten eine der bleibenden Lehren aus dem Holocaust beherzigt haben: „Nie wieder“ bedeutet auch: nie wieder rassistische Gewalt gegen irgendjemanden.

Denn die Deutschen haben die richtigen, die “universellen” Lehren aus dem Holocaust gezogen, was nur leider in Israel keine Anerkennung findet. Da kommen zwei “jüdische Journalisten” gerade recht, um dem jüdischen Staat endlich einmal die Leviten zu lesen – unter den Auspizien deutscher Friedensfreunde.

Khamenei legt nach

Michael Kreutz • 13/11/2014

Irans Revolutionsführer Khamenei spricht offen von der Zerstörung Israels. Das ist eigentlich ein alter Hut und war auf diesem Blog schon vor bald vier Monaten berichtet worden.

Khamenei

 

 

 

 

 

 

Drei Jahre zuvor stand auf Khamenei.ir zu lesen: “Israel wird vernichtet werden” (s.o.) und die Basidsch warten nach eigenen Angaben nur noch auf den Befehl des Revolutionsführers, endlich gegen Israel losschlagen zu dürfen (s.u.).

Basidj

 

 

 

 

 

 

Doch müssen Fanatiker wie Khamenei erst auf Englisch kommunizieren, damit sie von einer westlichen Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Sei’s drum.

Für die vielen Iranversteher da draussen bedeutet das natürlich eine enorme Herausforderung: Kamen sie bislang bei der Öffentlichkeit damit durch, ähnliche Äusserungen hochrangiger Vertreter des Regimes als falsch übersetzt abzutun, indem sie sich hinter der “Expertise” eines Fachmannes aus Michigan versteckten, so wird es für sie nun ein bisschen schwieriger.

Man hört auch nichts von ihnen. Wahrscheinlich arbeiten sie noch daran, sich eine passende Erklärung zurechtzulegen. Vielleicht ist Khameneis Twitter-Account gar nicht authentisch. Oder seine Tiraden müssen recht besehen als Friedensangebot verstanden werden.  Etwas in der Art.

[Geringfügig überarbeitet am 15.11.14.]