“Auf die Wissenschaft hören!”

Auf die Wissenschaft zu hören ist ein wohlfeiler Rat, den Zeitgenossen gerne im Zusammenhang mit den Corona-Massnahmen erteilen, wie sie Mediziner empfehlen, wobei ich hier gar nicht in Abrede stellen will, dass gegen Corona etwas getan werden muss und jedem, der es noch nicht getan hat, nur eindringlich dazu aufrufen kann, sich impfen zu lassen, was freilich – dies nur am Rande – bei manchen Bevölkerungsschichten aussichtslos zu sein scheint, schaut man sich einmal an, was dieser Tage an Infantilitäten durch das Netz geistert, dass man sich nur an den Kopf fassen kann.

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Kohle für nichts

Von der “Süddeutschen” (SZ) wird Annalena Baerbock mit Zähnen und Klauen gegen Kritik verteidigt, ein Promotionsstipendium erhalten, aber nie eine Promotion abgeliefert zu haben. “Na und?”, fragt die Süddeutsche, das sei eben Wissenschaft, da wisse man nie, was am Ende herauskommt. Wer etwas anderes behauptet, so SZ-Autor Ronen Steinke, habe “schlicht keine Ahnung, wie Wissenschaft funktioniert.” Tatsächlich?

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Plagiatewirrwarr

Um es klar zu sagen: Ich halte Annalena Baerbock für unerfahren, inkompetent und unfähig. Sie produziert Unsinn am laufenden Band und redet sich in Talkshows um Kopf und Kragen mit Äusserungen wie: “Wir müssen nicht nur auf die Grundschauen schulen” oder “Start-Ups haben Innozvation erwickelt” und gebraucht seltsame Wörter wie “Umfragegewerte” oder “Autobilindustrie“. Ich will keine Kanzlerin Baerbock oder sonst einen grünen Kanzler.

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Das Ende der Geschichte

Ausserhalb akademischer Kreise wenig Aufmerksamkeit gefunden hat die Verlautbarung der englischen Universität Leicester, englische Literatur des Mittelalters und der frühen Neuzeit faktisch abzuschaffen. Offiziell geht es darum, die Universität international wettbewerbsfähiger zu machen und da scheinen geisteswissenschaftliche Fächer eher hinderlich. Auch Corona soll ein Grund sein für den Überhang von Stellen, die demnächst abgebaut werden.

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Covid-19 und die Suche nach einfachen Antworten

Einige Leute muss man wohl daran erinnern: Auch alte Menschen haben einen Anspruch auf Behandlung. Der Tod gehört zwar zur menschlichen Existenz. Aber zunächst müssen alle Menschen unterschiedslos behandelt werden. Man kann sie wohl kaum mit dem Argument verrecken lassen, sie hätten doch ihr Leben gelebt. Das ist zynisch und menschenverachtend, zumal niemand weiss, ob ein Achtzigjähriger nicht vielleicht doch noch zehn oder fünfzehn Jahre zu leben gehabt hätte.

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Sie wollen doch nur Israel kritisieren!

Kritik an Israel sei kein Antisemitismus per se und manches Verhalten von israelischer Seite lade zur Verurteilung ein, schrieb einmal der Historiker Walter Laqueur, der zugleich daran daran erinnerte, dass Israel nicht an Holland oder die Schweiz grenze, sein Überleben in einer feindseligen Umgebung daher nicht möglich sei, ohne sich “an die örtlichen Gepflogenheiten” zu halten. Damit ist eine Trennlinie zwischen legitimer Kritik an der israelischen Politik und einem Antisemitismus, der sich vorgeblich gegen Israel richtet, angedeutet.

Die Holocaust Remembrance Alliance, eine vom ehemaligen schwedischen Ministerpräsidente Göran Persson initiierte Organisation, hat einen nachvollziehbaren Katalog an Äusserungen zusammengestellt, der Klarheit schafft, wo der Antisemitismus anfängt, wenn es um Juden oder um Israel geht. Die Kritik an der Politik der israelischen Regierung gehört auch hier grundsätzlich nicht dazu. Wer hingegen Israel die Legitimität abspricht, von ihm ein Verhalten fordert, dass seiner Selbstzerstörung gleichkommt oder seine Politik in Analogie zum Morden der Nazis setzt, der ist ein Antisemit.

Doch nun ist etwas passiert, was in akademischen Zirkeln Deutschlands für Wirbel sorgt. Da hat es doch tatsächlich die Hochschulrektorenkonferenz gewagt, auf ihrer Mitgliederversammlung am 19. November, ein Forum deutscher Universitäten und anderer Hochschulen, sich in einer Entschliessung ebenjene Arbeitsdefinition für Antisemitismus der Holocaust Remembrance Alliance zu eigen zu machen. Damit setzt sie Massstäbe dafür, was die Hochschulen an Meinungsäusserungen im eigenen Haus hinzunehmen bereit sind.

Diese Entschliessung ist ein kleines Wunder, denn die Geisteswissenschaften bilden schon seit langem eine Monokultur, wenn es um gewisse Themen – Israel, Islam, Nahost, USA, Terrorismus etc. – geht. Daher überrascht es nicht, wenn einige Akademiker jetzt Sturm gegen den Kurs der HRK laufen, sich aufplustern und in gelehrter Pose daherdozieren, warum die Entschliessung den Grundsätzen guten Definierens nicht genüge. Die Vermutung liegt nahe, dass solche Leute vielmehr ein kategorisches Problem mit Israel haben.

Wie konnte es dennoch zu der Entschliessung kommen? Die Erklärung ist denkbar einfach: Im Präsidium der HRK bilden Natur-, Wirtschaftswissenschaftler und Ingenieure die Mehrheit – Leute also, die mit den kulturrelativistischen Sperenzchen, die in den zeitgenössischen Geisteswissenschaften so en vogue sind, eher wenig anzufangen wissen und denen man kaum eine Obsession für den jüdischen Staat nachsagen kann.

Sicherlich lässt sich darüber streiten, ob eine Hochschulrektorenkonferenz überhaupt solcherlei Vorgaben machen soll, allerdings ist die Arbeitsdefinition, anders als ihre Kritiker meinen, durchaus solide, weil sie eine Kritik an der israelischen Politik pauschal eben nicht als Antisemitismus verstanden wissen will, sondern einzig das, was Juden und den Staat Israel dämonisiert und an sie andere moralische Massstäbe anlegt als an andere Gruppen oder Staaten.

Ohnehin ist die ganze Aufregung darüber, dass mit der Entschliessung die Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit an deutschen Hochschulen bedroht sei, nicht nur heuchlerisch, weil bisher das Pendel in der entgegengesetzten Richtung verharrte und jeder, der im Verdacht stand, pro-israelisch zu sein, mit einem Karriereknick rechnen musste, sondern auch grundlos, weil sie nichts ändern wird.

Denn das ist die ernüchternde Erkenntnis: Letztlich ist der Schritt der HRK ein rein symbolischer Akt, der an der Realität geisteswissenschaftlicher Fakultäten vorbeigeht. Dort wird man weniger eine offene Dämonisierung Israels finden als vielmehr ein subtiles Ressentiment, das sich in einseitiger Parteinahme für die Palästinenser und in einer grundsätzlichen Verständnislosigkeit für den israelischen Kampf gegen den Terrorismus äussert, von dem Laqueur sprach.

Diese Einseitigkeit, zu der auch immer gehört, das iranische Regime schönzureden, befindet sich damit gewissermassen unterhalb des Radars der HRK-Entschliessung. Das mag man gut oder schlecht finden. Von einer Bedrohung für die Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit kann aber gerade deshalb keine Rede sein. Die HRK hat einfach ein Zeichen gesetzt – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Islamwissenschaften vs. Islamologie

Das Selbstverständnis der Islamwissenschaft nicht nur in Deutschland hat sich in den letzten zwanzig Jahren gewandelt und ist seitdem immer wieder Gegenstand der Diskussion. Das wird wohl solange der Fall sein, wie auch der Islam im Gegenstand des öffentlichen Interesses steht und damit im Fokus auch unterschiedlicher politischer Sichtweisen. Wir haben das verschiedentlich auf diesem Blog thematisiert.

Schon die Bezeichnung „Islamwissenschaft‟ (häufig im Plural) ist Ausdruck dieses Wandels, insofern als sie den älteren Begriff der Orientalistik oder Orientalischen Philologie weitgehend verdrängt hat, was nicht zuletzt auf die Orientalismus-Debatte der 1980er und 90er Jahre zurückzuführen ist. An den meisten Universitäten ist das Fach aber nach wie vor Teil der Fakultät für Philologie, obwohl es sich methodologisch von anderen Philologien wie der Germanistik, Anglistik oder Romanistik durchaus unterscheidet.

Seit längerem schon zu den Kritikern des Faches gehört Bassam Tibi, der sich als Islamologe versteht. Im vergangenen Jahr hat er seine Kritik unter dem Titel Islamische Geschichte und deutsche Islamwissenschaft als Buch vorgelegt. Darin finden wir ein ganzes Bündel starker Thesen, die eine ausführliche Besprechung rechtfertigen.

Tibi wirft der deutschen Islamwissenschaft einen „Mangel‟ an Weltoffenheit vor, indem sie deutsch-national und bestenfalls europäisch sei. Diesen sonderbaren Befund führt Tibi darauf zurück, dass die Islamwissenschaft Philologie und keine Geschichtswissenschaft sei. Zu den Islamwissenschaftlern, die Tibi nicht leiden kann, gehört Tilman Nagel. Nagel ist längst emeritiert und seiner islamkritischen Auffassungen wegen kein typischer Vertreter der Islamwissenschaften, aber das ficht Tibi nicht an, der Nagel ankreidet, die Vorherrschaft der Philologie zu verteidigen und einer „Andersheit‟ des Islam das Wort zu reden.

Doch legt Tibi noch nach und behauptet, an dem Seminar, an dem Nagel lehrt sowie an allen anderen Orientalistik-Instituten, verweigerten deutsche Orientalisten orientalischen Lektoren die Habilitation. Dahinter, so Tibi, stehe die nicht ausgesprochene Idee: ein Muslim kann Sprachen lehren, nicht aber als Professor den Islam! Das ist eine starke These, die nur einen Haken hat: Ein ehemaliger Schüler von Nagel, habilitierter Islamwissenschaftler und bekennender Muslim pakistanischer Herkunft, bekleidet heute die Erfurter Professur für Islamwissenschaften.

Ansonsten sind es vor allem Islamwissenschaftler vergangener Generationen, an denen sich Tibi abarbeitet – im Guten wie im Schlechten. Zu den Islamforschern, die er schätzt, gehören Maxime Rodinson, Ignaz Goldziher (gest 1921), Gustav Weil (gest. 1889), Theodor Nöldeke (gest. 1930), und Josef van Ess (längst emeritiert). Einige Islamwissenschaftler zitiert Tibi als Zeugen in eigener Sache. Schlecht weg kommen Heinz Halm und Werner Ende für ihr vermeintliches Unvermögen, aktuelle politische Zusammenhänge im Nahen Osten akkurat zu erklären, aber vor allem immer wieder C.H. Becker (gest. 1933), Thomas Bauer und Frank Griffel.

Bauer und Griffel sind zur Abwechslung einmal zwei Islamwissenschaftler, die noch leben und noch nicht emeritiert sind, Griffel aber taugt wenig als Vertreter einer deutschen Islamwissenschaft, da er, obschon Deutscher, seit Jahren in Yale tätig ist. Für Bauer wiederum entwickelt Tibi geradezu eine Obsession, legt man die Anzahl der Seiten zugrunde, auf denen er sich mit ihm beschäftigt.

Was Bauer betrifft, so habe ich dessen These von einer „Kultur der Ambiguität‟ einer genauen Überprüfung unterzogen und jede Menge Ungereimtheiten in der Argumentation entdeckt, wie ich in meinem Buch Zwischen Religion und Politik auf ca. zwanzig Seiten darlege. Wenn Tibi sich also ebenfalls gegen die Bauer’sche These wendet, findet das zunächst meine Sympathie, doch leider hat er sie gar nicht verstanden.

Bauers These besteht darin, dass er die Intoleranz in der islamischen Welt gegenüber von der islamischen Norm abweichendem Verhalten wie Alkoholgenuss oder Homosexualität als ein Phänomen der letzten zweihundert Jahre identifiziert, das nicht in der islamischen Kulturgeschichte verankert ist. Wenn Tibi, der abfällig von „Ambiguitäts-Müll‟ spricht, keine Ambiguitätstoleranz in sexuellen Dingen zu erkennen vermag, da er aus seiner eigenen Zeit in Damaskus nur die sexuelle Repression kennt, dann berührt dieser Einwand Bauers These nicht im geringsten.

*

Aber auch an der deutschen Geschichtswissenschaft lässt Tibi kein gutes Haar, da sie nach ihrem Selbstverständnis islamische Geschichte für zu wenig relevant halte, um sich mit ihr zu befassen. Gewährsmann für diese These ist nun aber ausgerechnet ein Islamwissenschaftler, nämlich Baber Johansen, dessen Kritik, die deutsche Geschichtswissenschaft gehe über germanische und römische Geschichte nicht hinaus, sich Tibi zu eigen macht. Johansens Kritik stammt allerdings aus dem Jahre 1990.

„Islamische Geschichte‟, resümiert Tibi, „gehört nach der internationalen Forschung zur Weltgeschichte, nicht aber zur deutschen Geschichtswissenschaft.‟ An anderer Stelle schreibt er, „bis heute‟ sei das Studium der islamischen Geschichte „fast vollständig‟ aus der historischen Disziplin verbannt. Demgegenüber, so zählt er auf, gibt es in Harvard drei grosse Lehrstühle allein für Islamic History, während in Deutschland Weltgeschichte als „exklusiv-europäische Geschichte gelehrt und betrieben werde.

Diese These wird mindestens sechs Mal quer über das Buch verteilt aufgestellt. Dabei sollte klar sein, dass es wenig Sinn macht, islamwissenschaftliche Seminare in Deutschland mit historischen Seminaren in den USA zu vergleichen. Tibi verweist darauf, dass sich die amerikanische Islamwissenschaft nicht als Philologie, sondern als „area studies‟ versteht. Der von Tibi (wenngleich nicht unkritisch) geschätzte Edward Said hat die amerikanischen area experts jedoch in seine Kritik eingeschlossen.

Was Tibi schreibt, stimmt aber auch für die deutschen Geschichtswissenschaften nicht. Wer die Historische Zeitschrift der letzten fünf Jahre durchblättert, wird immer wieder auch Themen der aussereuropäischen Geschichte finden. Der Berliner Mediävist Michael Borgolte bezieht den Islam in seine Forschung europäischer xReligionsgeschichte mit ein. Ein anderer Mediävist, der Münsteraner Wolfram Drews, hat eine Arbeit über Die Karolinger und die Abbasiden von Bagdad (2009) verfasst. Auch die in den 60er Jahren begonnene Buchreihe Fischer Weltgeschichte verfolgt seit ihren Anfängen den Anspruch, „der Geschichte der asiatischen und afrikanischen Länder und Völler ihr volles Gewicht‟ zu geben.

Vor allem aber – und man wundert sich, dass Tibi das entgangen ist – gibt es mit Jürgen Osterhammel einen deutschen Fachmann für World History, der über die Grenzen seines Faches hinaus bekannt ist und der auch den Islam in seine Forschung mit einbezieht. Da ist zum einen sein Buch Die Verwandlung der Welt zu nennen, wobei es sich um eine Globalgeschichte des 19. Jahrhunderts handelt, zum anderen die von ihm herausgegebene und mehrere Bände à 1000 Seiten umfassende Geschichte der Welt, in der die aussereuropäischen Regionen nicht ausgespart werden. Auch deutsche Vertreter der Ideengeschichte beziehen mittlerweile die aussereuropäische Welt mit ein. Als ein Beispiel von mehreren sei hier nur Otfried Höffes Geschichte des politischen Denkens genannt.

Zudem verstehen sich viele Islamwissenschaftler als Historiker. In Tübingen gibt es einen Lehrstuhl für islamische Geschichte und Kultur, in Hamburg gleich es sechs Lehrstühle für Geschichte und Kultur des Vorderen Orients, in Münster eine Professur für Islamische Geschichte und in Göttingen eine  für Islamwissenschaft mit dem Schwerpunkt auf Geschichte und Kulturen des Nahen Ostens. Deren Inhaber Jens Scheiner hat eine Geschichte der Eroberung von Damaskus vorgelegt und ist zudem Herausgeber der Reihe Islamic History and Civilization. Auch mein eigenes Buch Das Ende des levantinischen Zeitalters (2013) ist kultur- und ideengeschichtlich orientiert und verknüpft Vorgänge in Südosteuropa und im Vorderen Orient zu einem gemeinsamen Narrativ.

Überhaupt kann jeder das Programm der Verlage Ergon und Klaus Schwarz durchforsten, die zu den bekanntesten deutschen Verlagen für islamwissenschaftliche Literatur gehören, und wird dort viele Titel finden, die klar historisch, nicht philologisch orientiert sind. In ersterem gibt es u.a. eine eigene Reihe Mitteilungen zur Sozial- und Kulturgeschichte der islamischen Welt (MISK), in letzterem eine Reihe Studien zur Sprache, Geschichte und Kultur der Turkvölker. Es ist eine durchgehende Schwäche in Tibis Buch, dass sein Autor eine systematische Auseinandersetzung mit den Erträgen und Thesen zeitgenössischer Islamwissenschaftler nicht erkennen lässt. Es sind vor allem feuilletonistische Texte, an denen er sich abarbeitet.

Dessen ungeachtet fordert Tibi nicht weniger als einen Paradigmenwechsel, indem die Islamwissenschaft zur Islamologie und die deutsche Geschichtswissenschaft zur Global History werden müsse. Unter Islamologie versteht Tibi eine Abkehr von der vermeintlichen Dominanz der Philologie hin zu einer historisch-soziologisch orientierten Disziplin. Doch wieso muss das eine an die Stelle des anderen treten? Warum kann Tibi seine Islamologie nicht als Ergänzung zu den Islamwissenschaften verstehen, die heutzutage übrigens eine Vielzahl von methodischen Ansätzen unter ihrem Schirm vereinen, wobei die Bedeutung der Philologie zunehmend zurückgedrängt wird? An anderer Stelle schreibt er, es gehe ihm nicht um ein „Entweder-Oder‟. Wie passt das zusammen?

Nachdem sich der Leser bis auf S. 201 vorgearbeitet hat, findet er dort den Hinweis, dass der Historiker, der über den Islam arbeitet, die Sprachen und die Kultur der Region beherrschen müsse. Interessant. Genau dies ist nämlich der Grund, warum die Islamwissenschaften noch heute meist in einer Fakultät für Philologie angesiedelt sind. Dass eine Abtrennung von der Philologie dem Fach nicht zuträglich ist, kann man in Erfurt beobachten, wo es den Religionswissenschaften zugeordnet wird. Damit ist die Sprachausbildung aber kein fester Bestandteil des Curriculums mehr, weswegen die Erfurter Islamwissenschaft zu den schwächeren in Deutschland gehört.

Für Tibi sind die eigenen Arabisch-Kenntnisse eine Selbstverständlichkeit, ist er doch Muttersprachler. Andere müssen Arabisch oder Persisch erst noch lernen und um anspruchsvolle Quellen lesen zu können, reicht ein dreisemestriger Kurs erfahrungsgemäss nicht aus. Selbst Studenten, die zweisprachig aufgewachsen sind, sind schon an der Zwischenprüfung gescheitert, weil das Umgangsarabisch oder -persisch, das sie in der Familie sprechen, Kenntnisse in der Schriftsprache nicht ersetzen kann.

Immerhin ist Tibi so grosszügig, der „Philologie als Sprachkenntnis‟ ein gewisses Existenzrecht einzuräumen, ihre Zukunft sieht er aber nur als Hilfsmittel. Sein Kronzeuge für diese Forderung nach einem Paradigmenwechsel, um die islamische Geschichte in die Geschichtswissenschaft aufzunehmen, ist Maxime Rodinson, der 1980 (!) einen Zusammenhang zwischen Eurozentrismus, Orientalismus und Vorherrschaft der Philologie hergestellt hat. Diese Forderung nach einer Umwandlung der Islamwissenschaften in die sog. Islamologie ist eine Anmassung, die Tibi seinerseits mit der „Euro-Arroganz‟ gegenüber dem Islam begründet, die er deutschen Islamwissenschaftlern pauschal unterstellt.

Doch wer sich heute an einer deutschen Universität umschaut, wird Massen von Aufsätzen, Vorträgen und Symposien gegen den Eurozentrismus finden. Der Kampf gegen den Eurozentrismus ist ubiquitär; an jeder Ecke wird Eurozentrismus gewittert, identifiziert und triumphierend blossgestellt. Neuerdings ist noch der Kampf gegen den Neoliberalismus hinzugetreten – allesamt Begriffe, die völlig unreflektiert verwendet werden.

Jegliche kritische Herangehensweise an die islamische Geschichte und Kultur wird heutzutage als „eurozentrisch‟ etc. diffamiert, sodass gerade die Islamwissenschaften zur reinen Islam-Apologetik verkommen sind. Und da kommt ein Bassam Tibi, und wirft den Islamwissenschaften „Eurozentrismus‟ vor – ausgerechnet. Tibi hat zwar Recht, wenn er den Islamwissenschaften attestiert, von der Verteufelung zur Verherrlichung des Islam, also von einem Extrem ins andere übergegangen zu sein, aber das ist wohl das Gegenteil von Eurozentrismus.

Auch will Tibi einen fortwirkenden „Dualismus‟ in den „westlichen‟ (!) Islam-Studien ausgemacht haben: Einerseits gebe es eine Bewunderung für die arabische Wissenschaft, andererseits eine Verachtung für die Araber. Dann unterstellt er den Islamwissenschaftlern, keinen Unterschied zwischen Islam und Islamismus zu machen, als ob diese Unterscheidung nicht längst zu einer Selbstverständlichkeit geworden wäre.

Wenn er behauptet, Islamwissenschaftler hegten die Vorstellung von einem monolithischen Islam, beweist er freilich nur, dass er die Islamwissenschaften der letzten zwanzig Jahre praktisch nicht zur Kenntnis nimmt. Dass ihre Vertreter ein „Wissensmonopol auf den Islam‟ beanspruchen, ist eine ebenso fragwürdige Annahme wie die, dass deutsche Islamwissenschaftler den islamischen Orient und seine Menschen „essentialisierend‟ beurteilen.

Als ob der Vorwurf des Essentialismus nicht gerade permanent von Seiten universitärer Islamwissenschaftler an die Adresse all derer gerichtet wird, die sich eine auch nur zaghaft kritische Herangehensweise an den Islam erlauben! Viele Gedanken, die Tibi in seinem Buch ausbreitet, sind unstrukturiert und unausgegoren. Mal wirft er westlichen Historikern vor, den Islam auszuklammern, ein anderes Mal, ihn falsch zu verstehen.

Was verstehen sie falsch? Tibi zufolge ist ihnen nicht klar, dass es eine Kluft zwischen islamischer Moral und menschlichem Verhalten gibt, weswegen vom Dogma nicht auf die soziale Realität geschlossen werden dürfe. Das ist vollkommen richtig, nur ist das eben auch die These des von ihm so geschmähten Thomas Bauer, wenngleich dieser Islamwissenschaftler, kein Historiker ist, und sie anders begründet.

Diesen Widerspruch von Dogma und sozialer Realität hat auch Johann Christoph Bürgel in der islamischen Kulturgeschichte untersucht und unter dem Titel Allmacht und Mächtigkeit (1991) meisterhaft beschrieben. Mit Bauer teilt Tibi die Eigenschaft, dass er Bürgels Befund nicht zur Kenntnis nimmt. Davon abgesehen verstehen sich Bauer und Bürgel als Philologen, womit sich die These erledigt hat, dass „die Philologie deutscher Orientalisten‟ nicht dazu beitrage, „zwischen der Lehre des Islam und der realen Geschichte zu unterscheiden.‟

„Ich kenne nur einen ernstzunehmenden deutschen Orientalisten‟, schreibt Tibi, „der sich der Mühe unterzogen hat, ein Buch über die islamische Geschichte zu schreiben.‟ Gemeint ist Gerhard Endreß. Zugleich kritisiert er Endreß aber dafür, in seinem Buch Der Islam – Eine Einführung in seine Geschichte die Orientalismus-Debatte „noch nicht einmal in Form eines Literaturhinweises zur Kenntnis‟ nehmen. Tatsächlich findet sich (in der mir vorliegenden 2. Auflage von 1991) sehr wohl ein Hinweis auf Saids Buch, nämlich auf S. 254.

Des weiteren wirft er Endreß vor, letztlich wieder den Primat der Philologie zu pflegen. Dabei sagt Endreß in erwähntem Buch ganz unmissverständlich, dass dieser Primat nur solange gelte, wie viele Quellentexte noch unerschlossen seien. Ansonsten plädiert auch er für „Kontakte mit anderen Disziplinen‟, u.a. mit der allgemeinen Geschichtswissenschaft. Unzutreffend ist auch Tibis Vermutung, Endreß halte wohl nicht viel von den Sozialwissenschaften. Ganz im Gegenteil spricht Endreß von einem wichtigen „Bündnis der Philologie mit geistes- und sozialwissenschaftlicher Methodik‟ und hält Kontakte mit anderen Disziplinen für notwendig, von denen er explizit die Sozialwissenschaften nennt!

Das Problem ist also nicht, dass die Islamwissenschaften sich erst noch anderen Disziplinen öffnen müssten (das haben sie schon längst getan), sondern der, dass der Saidismus (Postkolonialismus) mittlerweile in benachbarte Fächer eingedrungen ist, sodass selbst in den Sozialwissenschaften ein Kampf gegen den ominösen “Okzidentalozentrismus” geführt wird. Unterschiede in der kulturellen Entwicklung und Pfadabhängigkeit rücken aus dem Blickfeld; stattdessen werden allerorten die Gemeinsamkeiten verschiedener Kulturen und Religionen betont.

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Interesant ist Tibis Buch dort, wo er sich mit Edward Said beschäftigt. Indem er davor warnt, in der Kritik an Said das Kind mit dem Bade auszuschütten, ist seine Haltung differenzierter als die vieler Zeitgenossen. So bricht er eine Lanze für Said, indem er sich wie dieser gegen das kolonialistische Erbe in der Wissenschaft wendet, verfällt aber nicht in eine plumpe Islam-Apologetik und ignoriert auch nicht die Einwände gegen Saids Buch Orientalism (1987). Freilich kommt diese nicht nur von den von Tibi so gescholtenen Philologen, sondern gerade auch von Historikern wie Bernard Lewis, Jürgen Osterhammel oder Jerry Toner.

Toner hat übrigens darauf hingewiesen, dass in der frühen Neuzeit Europa den Orient nicht nur seinen Vorstellungen unterworfen, sondern ihn zum Teil auch als ebenbürtig anerkannt hat. In dieser Hinsicht haben europäische Reiseschriftsteller das Osmanische Reich europäisiert, indem sie ihm den Status zuerkannten, Erbe des trojanischen Krieges zu sein. Ein anderer Historiker, Faisal Devji, erinnert daran, dass aus britischer Sicht lange Zeit nicht das Osmanische Reich oder Persien als Hauptgefahr gesehen wurden, sondern das zaristische Russland.

Zuweilen aber klingt Tibi wie der Saidianer, der er nicht sein will, so, wenn er argumentiert, die christliche Kirche habe eine Vergangenheit, die mit dem Khomeinismus und anderen Arten religiöser Fanatik vergleichbar sei. Nicht, dass dies falsch wäre, aber das ist genau die Art und Weise, mit der Saidianer jegliche kritische Herangehensweise an die islamische Geschichte abzuwehren versuchen: Indem sie nämlich der Frage ausweichen, wieso die eine Zivilisation es geschafft hat, ihre Dämonen zu besiegen, und die andere nicht. Die Saidianer haben den Fortschritt aus der Geschichte verbannt.

Das gilt auch für Tibis Behauptung, der Islam habe „einen entscheidenden Beitrag zur Entwicklung der Wissenschaft in Europa geleistet.‟ Tatsächlich war der mittelalterliche interkulturelle Wissenschaftsdiskurs ein überwiegend säkularer, auch wenn Christen, Juden, Muslime und Polytheisten an ihm teilgenommen und sich über kulturelle Grenzen hinweg intellektuell befruchtet haben. Dieser Mythos vom “entscheidenden Beitrag” des Islam – als ob Europa sich vom Koran hätte inspirieren lassen – ist freilich nicht aus der Welt zu schaffen und wird vor allem von Saidianern gepflegt, die bei jeder Gelegenheit hervorheben, wie wenig die islamische Zivilisation Europa zu verdanken habe und wie viel Europa dem Islam.

Der von Tibi so geschätzte Gerhard Endreß, ein Graeco-Arabist und Wissenschaftshistoriker, beschreibt diesen Vorgang der kulturellen Vermittlung sehr viel differenzierter, indem er die Araber als Zwischenglied und das hellenistische Erbe als mit den philologischen und religiösen Wissenschaften des Islams konkurrierend, aber auch diese durchdringend darstellt, bis schliesslich gemeinsame Formen der Überlieferung und Vermittlung entstanden waren, die an den aufsteigenden Universitäten des Westens Aufnahme fanden.

Zurück zu Said: Es sei daran erinnert, dass Saids Kritik am „Orientalismus‟ all jenen Akademikern galt, die Ansichten „opposed to native Arab or Islamic nationalism“ vertreten. Es geht also gar nicht um Fakten, sondern darum, dass das Selbstverständnis spezifischer Gruppen – hier der Araber, bzw. der Muslime – mit wissenschaftlichen Weihen bestätigt werden soll! Diese abstruse Ideologie hat sich dennoch an deutschen und allgemein westlichen islamwissenschaftlichen Institutionen durchgesetzt.

Wie absurd die Behauptung ist, Said und die Orientalismus-Debatte würden noch heute von „Islamkundlern‟ verschwiegen, wird schon an der Tatsache deutlich, dass auf dem 1. World Congress of Middle Eastern Studies (WOCMES), der 2002 in Mainz abgehalten wurde (und auf dem ich selbst einen Vortrag gehalten habe), deutsche und internationale Islamwissenschaftler Edward Said eine Auszeichnung verliehen haben, nämlich den WOCMES Award for Outstanding Contributions to Middle Eastern Studies.

Wenn Tibi behauptet, in Deutschland habe man auf Saids Herausforderung mit Gesprächsverweigerung und generell Ablehnung reagiert, so gilt dies nur für die damalige Zeit. Heute ist es so, dass offen gegen den Saidismus (Postkolonialismus) zu argumentieren in den Islamwissenschaften einen Karriere-Killer bedeutet. Natürlich könnte man zu Tagungen und Symposien Wissenschaftler einladen, die gegensätzliche Ansichten vertreten, könnte Vertreter und Gegner des Postkolonialismus gleichermassen zu Wort kommen lassen, doch geschieht dies nicht. So ist an islamwissenschaftlichen Instituten eine Monokultur entstanden – aber eine andere als Tibi glaubt.

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Tibis Buch wirkt in weiten Teilen merkwürdig aus der Zeit gefallen, als sei es in den achtziger Jahren geschrieben worden. „In der Bundesrepublik Deutschland wird die Islamwissenschaft […] so betrieben, wie sie im vergangenen Jahrhundert entstanden ist‟ ist eine Behauptung, die damals zugetroffen hätte, keinesfalls  aber den heutigen Zustand des Faches beschreibt. Vor allem fragt man sich, wie dies mit einer anderen Behauptung zusammenpasst, wonach heutige Islamwissenschaftler einer „Verherrlichung des Islam‟ das Wort reden und „Moden des Verbots des kritischen Denkens über andere Kulturen im Rahmen des postmodernen Kulturrelativismus‟ herrschen.

Richtig ist, dass Tibi in den Islamwissenschaften nicht sonderlich geschätzt wird, was ich als ausgebildeter Orientalist/ Islamwissenschaftler bestätigen kann. Er selbst beklagt dies seit Jahren und führt es auf seine Herkunft zurück. Die Abneigung, die ihm entgegenschlägt, hat mit seiner Herkunft jedoch nicht das geringste zu tun, denn die universitären Vertreter des Faches sind häufig islamophil. Der Grund ist ein anderer: Tibi ist einfach viel zu islamkritisch, dabei amerika- und israelfreundlich, um in den vom Saidismus beherrschten universitären Islamwissenschaften Zuspruch zu finden. Womit wir bei den starken Aspekten seines Buches wären.

Ja, Tibi erweist sich in sehr vielen Dingen als ein überaus gescheiter Wissenschaftler, der eine kritische Haltung gegenüber dem Islam pflegt, ohne diesen zu dämonisieren. Das ist viel wert in einer Zeit, in der der öffentliche Diskurs zu den Extremen tendiert. Sätze wie „Als Aufklärungs-Muslim behaupte ich, das größte Unglück der Muslime ist ihre Mentalität der Selbstviktimisierung, es ist nicht der Westen. Die Krise der islamischen Zivilisation ist also hausgemacht, und sie kann und muss allein von den Muslimen selbst bewältigt werden‟ kommen bei Islamwissenschaftlern wie auch vielen Vertretern angrenzender Fächer nicht gut an. Thesen wie die, dass Dschihad de facto Krieg meine, weil er den qitāl mit einschliesse, oder Vorschläge wie der, dass Muslime sich für den Dschihad in Spanien und auf dem Balkan entschuldigen könnten, sind der Grund, warum Tibi von Islamwissenschaftlern abgelehnt, häufig sogar verachtet wird. Mit seiner Herkunft hat das nicht die Bohne zu tun.

Genau dafür schätze ich ihn aber umso mehr, denn wo andere Islamismus und Salafismus verharmlosen, zuweilen gar hofieren, hat sich Tibi einen klaren moralischen Kompass bewahrt. Völlig zutreffend kritisiert er die immer wieder unter Muslimen zu beobachtende Auffassung, Gewalt zur Verbreitung des Islam sei rein defensiv und keine Aggression gegen andere, weil sie doch nur dem edlen Zweck diene, die Mission zu verteidigen. Demgegenüber fordert Tibi, dass sich ein echter Dialog der Mission nicht unterwerfen dürfe, sondern der Konfliktlösung dienen müsse und daher nur über einen Reform-Islam führen könne. Bravo!

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass in Tibis Buch eine Reihe von Behauptungen den Fakten nicht standhalten und es dem Buch auch nicht guttut, wenn sein Autor unaufhörlich die eigene Person ins Spiel bringt. Das Ergebnis ist eine Mischung aus Geschichtsbuch, Autobiographie und Anklageschrift. Hinzu kommen Redundanzen. Wenn Tibi im Vorwort ankündigt, sein dreissigbändiges Werk in inhaltlich überarbeiteter Form neu herauszugeben, so ist das sehr zu begrüssen; er wäre jedoch gut beraten, sein Skript vorab von befreundeten Wissenschaftlern, die seinem Werk mit Sympathie gegenüberstehen, gegenlesen zu lassen.

Sachliche Fehler, die hätten vermieden können, machen sein Buch unnötig angreifbar. Das ist schade, denn Tibi hat in manchem eben auch recht und formuliert eine Kritik am Islam, die alles anderes als rechtspopulistisch gefärbt ist, sondern aus dem Geist der Aufklärung schöpft. Jemand mit einer Expertise wie Bassam Tibi sie hat, verdient auf jeden Fall mehr Aufmerksamkeit, vor allem im Auswärtigen Amt, dessen Nahostpolitik zu wünschen übrig lässt.

Bassam Tibi: Islamische Geschichte und deutsche Islamwissenschaft. Islamologie und die Orientalismus-Debatte. Stuttgart: ibidem, 2017. 311 Seiten, € 39,00

Kopernikus oder Woher der Fortschritt kommt (4)

(Forts.) Hinzu kommt ein seit der Renaissance sich abzeichnender Individualismus, der vor allem in der Kunst sichtbar wird. Dieser Prozess spielte sich aber vor allem im westlichen, lateinischen Europa ab, weniger im östlichen, orthodoxe Europa oder in der arabisch-islamischen Welt. Ein weiterer Graeco-Arabist, Gotthard Strohmaier, kritisiert, dass der Diskurs über die Bedeutung der arabischen Wissenschaften für Europa ideologisch stark aufgeladen ist.

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