Stellen Sie sich vor, Sie könnten mit Ihrem Handy oder Smartphone niemanden erreichen, wirklich niemanden, weder im In- noch im Ausland. Stellen Sie sich vor, auch Ihre Telefonleitung wäre tot und überhaupt alle Telefonleitungen. Nichts ginge mehr, das ganze Land wäre abgeschottet. Das ist Realität in Iran. Seit vier Tagen in Folge.
Autor: Michael Kreutz
Orientalist (Dr. phil.), Politologe & Kulturjournalist. Website: www.michaelkreutz.net
Das ZDF verirrt sich im Nahen Osten.
Leichte Beute
Ein Islamwissenschaftler kommt mit den Ereignissen in Iran nicht recht klar.
Hannah Arendt lesen (4/4)
Gab es auch Unterschiede zwischen den historischen totalitären Herrschaftssystemenen? Ja, sagt Hannah Arendt. Das deutsche System der Konzentrationslager hatte keinen anderen Zweck als den der Vernichtung, ökonomisch brachten sie keinen Nutzen. Anders beim russischen Gulag.
Ein Historiker schaut auf die Iraner und versteht die Welt nicht mehr.
Zu oft schon hatten man gehofft, den Iranern würde es gelingen, ihr so verhasstes klerikales Regime abzuwerfen, das in Sachen Hinrichtugen von Rekord zu Rekord eilt und das Land fest in seinem Griff hat, doch hat die Vergangenheit Vorsicht gelehrt. Am Ende hat das Regime noch immer die Oberhand behalten.
US-Präsident Donald Trump belebt die alte Monroe-Doktrin neu, nennt sie scherzhaft «Donroe», und meint damit eine Rechtfertigung für die USA, über den gesamten amerikanischen Kontinent das letzte Wort zu haben und amerikanische Interessen notfalls mit Gewalt durchzusetzen.
Nach Maduro
Um den venezolanischen Diktator Nicolás Maduro ist es nicht schade; über eine demokratische Legitimation verfügte er keine und sein korruptes Regime dürfte in der Bevölkerung wenig populär gewesen sein. Nun hat der US-Präsident ihn in einer Blitzaktion gefangen genommen. Das wirft Fragen auf.
Hannah Arendt lesen (3/4)
Trotz unterschiedlicher geschichtlicher Voraussetzungen, so Arendt, sind die Ähnlichkeiten zwischen der Nazi- und der bolschewistischen Bewegung auffällig und zahlreich, obwohl beide Herrschaftsformen aus ganz unterschiedlichen Begeündungszusammenhängen stammen.
Der Soziologe Hans Joas verwechselt Universalismus mit Äquidistanz.
