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Naher und Mittler Osten Religion und Gesellschaft

Immer nur Israel

Wenn es ein Thema gibt, bei dem es völlig normal ist, dass Leute, die sich berufen fühlen, es zu kommentieren, selbst elementare Fakten nicht zur Kenntnis nehmen, dann muss es sich um Israel bzw. den Nahostkonflikt handeln. So erschien bei der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (NOZ) ein Kommentar zum aktuellen Stand der Friedensbemühungen amerikanischer Diplomatie, der grundlegende Denkfehler enthält, die immer wieder auftauchen, wenn es um das Thema geht (s. dazu auch die Anmerkungen von U. Sahm).

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Antisemitismus Naher und Mittler Osten

Boykott mit Hintertür

Schon seit einiger Zeit schlägt der Boykott-Aufruf einer amerikanischen Vereinigung namens ASA (American Studies Association) hohe Wellen. Ziel ist wieder einmal Israel, boykottiert werden sollen israelische akademische Institutionen nicht nur im Westjordanland, sondern auch in Israel selbst.

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Naher und Mittler Osten

Ein Krankenhaus in Aleppo

Wohl kein Krieg der Geschichte stand jemals so sehr im Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit wie derjenige im gegenwärtigen Syrien. Beinahe im Minutentakt wird Filmmaterial ins Internet hochgeladen, das den Schrecken des Krieges immer wieder aufs Neue demonstriert. Nachdem das Assad-Regime erhebliche Erfolge im Kampf mit den Rebellen erzielt haben soll, haben diese gestern einen bedeutenden Sieg errungen, als es ihnen gelang, das Kindi-Krankenhaus in Aleppo zu erobern.

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Naher und Mittler Osten

Parallelwelten

Was an der Wahrnehmung und Diskussion der Ereignisse im Iran immer wieder auffällt, ist, dass westliche Intellektuelle und iranische Exilanten in zwei verschiedenen Welten leben. Oder haben Sie schon einmal etwas von Journalisten wie Ali Reza Nourizadeh oder Elahe Boqrat gehört? Vielleicht von Wissenschaftlern wie Ali Mirfetros, Jalal Matini, Ali Mirssepassi, Bahram Choubine oder Abbas Milani? Oder von Aktivisten wie Ladan Borumand, Nasrin Sotoudeh oder Nadia Shahram? Kennen Sie den Fernsehsender Manoto?

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Naher und Mittler Osten

Dementi und Waffen

Es ist verblüffend, mit welcher Hartnäckigkeit selbst unversöhnliche Islamisten im Westen häufig zu moderaten Dialogpartnern verklärt werden. Ein kurzer Blick zurück: Als vor fünf Jahren der damalige iranische Präsident Ahmadinejad seinen Vertrauten Esfandiar Rahim Mashaie zu seinem Stellvertreter machen wollte, wurde das im Westen von nicht wenigen Analysten mit Verzückung aufgenommen.

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Naher und Mittler Osten Politische Schwärmereien

Die Lust am Tabubruch

Unter dem Titel «Das Undenkbare denken» will ein Werner Sonne in der FAS von heute mit dem abgedroschensten aller Argumente – «weil Deutschland durch den Holocaust untrennbar mit dem Staat der Juden verbunden ist» – den Druck auf Israel erhöhen, um Frieden im Nahen Osten zu verwirklichen und «deutsche Soldaten an der Grenze Israels» zu stationieren – natürlich allein «zum Schutz des Staates der Juden.»

Woher kommt eigentlich diese Obsession so vieler Deutscher für Israel und den Nahostkonflikt? Syrien brennt, Ägypten ist im Aufruhr, Iran entwickelt Nukleartechnik mit möglicherweise zerstörerischen Zielen – egal! Erde an Sonne (Wortspiel nicht beabsichtigt): Friedensgespräche finden bereits statt. Trotzdem soll Druck auf Israel ausgeübt werden – und nur auf Israel. Wozu? Für Palästinenser ist die Missachtung der Menschenrechte eine Gefahr, die eher von der Hamas ausgeht als vom jüdischen Staat.

Falls es die Siedlungen im Westjordanland sein sollten, die Sonne Kopfzerbrechen bereiten: diese werden ohnehin überwiegend in Arealen gebaut (s. auch hier), die im Falle eines Friedensfahrplans zu Israel gehören werden. Die verbleibenden Siedlungen östlich des Sicherheitswalls werden später wahrscheinlich aufgelöst. Sie sollten also kein Hindernis für den Frieden sein. Unterdessen vertritt mit Mahmoud Abbas ein Präsident die Palästinenser, dessen Amtszeit vor fünf Jahren abgelaufen ist.

Ich fürchte, diese Lust am Tabubruch («das Undenkbare denken») in Verbindung mit dem Wunsch, Deutschland als Ordnungsmacht im Nahen Osten zu installieren, ist noch nicht einmal als Satire gemeint.

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Menschen und Mächte Naher und Mittler Osten Radikalismus und Gewalt Religion und Gesellschaft

Warum Ägyptens Kirchen?

Das ägyptische Militär greift hart gegen die Mursi-Sympathisanten durch. Mehr als 500 Tote sind das Ergebnis. Bei den Unruhen gerieten immer wieder auch Kirchen in Brand, was wohl auf das Konto der Muslimbrüder geht. Aber warum? Warum werden gerade Kirchen angezündet?

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Menschen und Mächte Naher und Mittler Osten

Reza Schah

Der iranische Exilantensender «Manoto» hat einen Film über Reza Shah (1878-1944) produziert, der extrem sehenswert ist, weil er auf z.T. neuentdecktem Archivmaterial beruht. Das Ergebnis ist so beeindruckend, dass «Manoto» aufgrund der überwältigenden Resonanz den Film gestern zum vierten Mal in Folge gesendet hat.

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Naher und Mittler Osten

Ahmadinejad: Ihr werdet Sturm ernten

Weil alle Welt blickt auf Hassan Rohani, den kommenden Präsidenten des Iran blickt, gehen die Worte des Noch-Präsidenten Ahmadinejad anlässlich des Quds-Tages unter. Doch gerade die (zu finden unter www.president.ir/fa) verdienen eine nähere Betrachtung.

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Menschen und Mächte Naher und Mittler Osten

Die Geister, die ich rief

Russischer Waffenlieferungen zum Trotz ist das Überleben des syrischen Regimes alles andere als gesichert. Eine Ironie der Geschichte dabei ist, dass die Jihadisten, derer sich das Regime zu erwehren hat und die zum Teil aus dem Irak kommen, dorthin zuvor über Syrien eingereist waren, worauf Ghassan Karam auf «Ya Libnan» hinweist:

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