Kopernikus oder Woher der Fortschritt kommt (2)

(Forts.)

Denn mit ihr änderte sich auch die Stellung des Menschen im Universum, was später einen Nachhall in der Relativierung konfessioneller Dogmen und der Entstehung des Deismus finden sollte. Kopernikus selbst stellte sein Werk in die Tradition des Humanismus, seine Theorie wurde zum „Seinsmodell der Neuzeit‟ (Hans Blumenberg).

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Kopernikus oder Woher der Fortschritt kommt (1)

Ich weiss nicht, wer “wir” ist, von dem der “Welt”-Autor da redet und kenne auch nicht den Anlass für seinen Artikel, aber dieser ist es wert, sich ein wenig näher mit ihm zu beschäftigen. Das ganze hat nämlich eine Pointe, die uns auch zum Thema Islam führt.

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“… wie hätten Christen reagiert?”

Nicht wenige Islam- und Religionswissenschaftler heutzutage wollen den Islam nicht nur erforschen, sie wollen ihn retten. Deswegen glauben sie, sie hätten das Recht, Fakten zu verschleiern, Desinformation zu betreiben und ungebremst Mumpitz zu verbreiten.

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Im Schaumbad des Dialogs

Paternalismus kann einem das Verständnis für Geschichte und Gesellschaft schon gründlich verhageln. Da widmet sich das “Interkulturelle Magazin” des BR der Überschreitung von Religionsgrenzen, fragt, warum die Menschen im christlich geprägten Westen sich eher für ostasiatische Religionen öffnen als für den Islam, und bittet sodann einen Religionswissenschaftler um Deutung.

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Everybody’s a critic

“Generation War” heisst die englischsprachige Fassung des deutschen Fernseh-Dreiteilers “Unsere Mütter, unsere Väter”– und die Kritiker im Vereinigten Königreich waren not amused. Das wiederum gefällt der London-Korrespondentin der FAZ gar nicht, wie sie in einem etwas launisch geschriebenen Artikel zum Besten gibt.

Der Film, der vor einem Jahr im deutschen Fernsehen lief, war vorab mit grossem Lob bedacht worden, u.a. in der FAZ. Wie sich seinerzeit herausstellte, hat Produzent Nico Hofmann tatsächlich grossartige Arbeit geleistet, was den Unterhaltungsfaktor angeht, aber rabiat versagt in Hinsicht auf historische Genauigkeit.

Während auf deutscher Seite Antisemitismus lediglich Sache einer Nazi-Elite war, fand er auf polnischer Seite starken Widerhall auch im einfachen Volk: das war das Bild, das der Film vermittelte. Dabei wissen wir nicht erst durch die Forschung von Daniel Jonah Goldhagen, wie weit Antisemitismus in der deutschen Gesellschaft während der Nazi-Zeit verbreitet war.

Der Historiker Sebastian Haffner notierte, dass mit der Zweidrittelmehrheit im Parlament jeder Widerstand gegen Hitler dahingeschwunden war. Damals war das Hakenkreuz in die deutsche Masse “hineingeprägt worden”, so Haffner, “wie in einen formlos-nachgiebigen, breiigen Teig.” Nur zu willig haben, wenn auch nicht alle, so doch viel zu viele Deutsche mitgemacht.

Der Fernsehfilm “Unsere Mütter, unsere Väter” liess davon nichts erahnen, erweckte vielmehr den Eindruck, Nazi-Ideologie und Judenhass seien ein Problem von SS-Offizieren gewesen. In deutschen Medien war dies gelegentlich und zu recht bemängelt worden.

Das hält die FAZ-Korrespondentin jedoch für keiner Erwähnung wert. Stattdessen bürstet sie den Kritiker Clive James ab, indem sie ihm, der doch soviel auf seine Kenntnis der deutschen Kultur halte, vorwirft, selber nichts begriffen zu haben. Noch mehr Arroganz geht nicht.

Umso erfreulicher, dass britische Kritiker dem Film nicht auf den Leim gegangen sind.

Blick zurück nach vorn

Noch nach fünfzig Jahren ist der überlieferte Briefwechsel zwischen Hans Blumenberg und Jacob Taubes aufschlussreich, wenn es um das intellektuelle Klima der 60er und 70er Jahre geht. Das gilt auch in Hinsicht auf den Umgang mit anderen Meinungen und Anschauungen seitens zweier Gelehrter in einer Zeit, in der der universitäre Betrieb noch stark von der Vergangenheit überschattet war.

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Noch ist es nicht zu spät!

Alle machen es und so wollen wir nicht zurückstehen. Hier also unsere Buchempfehlungen für Weihnachten oder auch für danach. Obwohl ganze Bücherstapel im Wochentakt über meinen Schreibtisch wandern, fanden nur vergleichsweise wenige Titel in die Auswahl – nämlich solche, die für eine grösseres Publikum von Interesse sind, noch im Buchhandel erhältlich, zudem im Preis erschwinglich und in keiner anderen Sprache als Deutsch oder Englisch verfasst. Vorläufig sollen hier auch nur Sachbücher genannt werden. Wer über eine Anschaffung vor Weihnachten nachdenkt: noch ist es nicht zu spät!

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Was man alles nicht braucht

In den Medien tummeln sich vermehrt Zeitgenossen, die uns erklären wollen, warum die Konsungesellschaft, wie wir sie kennen, abgeschafft gehört. Denn vieles brauchen wir doch gar nicht, obwohl uns die Werbung etwas anderes einreden will. Diese manipuliert uns und das wollen wir nicht.

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Des Eiferers Biograph

Wahrscheinlich haben Sie es schon gesehen: Im Internet kursiert gerade ein Video, das den amerikanischen Publizisten Reza Aslan im Interview mit dem Fernsehsender Fox zeigt. Weil die Moderatorin offensichtlich mit der Tatsache überfordert ist, dass ausgerechnet ein muslimischer Autor ein Buch über Jesus schreibt, obgleich dieser im Islam als Prophet gilt,  gerät das Interview im letzten Dritten zu einem Desaster.

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