Sozialismus führt zu mehr Sozialismus

Das Desaster mit den Impfdosen hat einmal mehr gezeigt, dass zentralplanerische Lösungen meist verheerende Folgen zeitigen. Darauf hat der Ökonom Hans-Werner Sinn hingewiesen. Hätte man die Impfstoff-Beschaffung nicht an die EU delegiert, sondern selbst in die Hand genommen, wären zwar zunächst die Preise kräftig gestiegen, damit aber den Herstellern der Impfstoffe das nötige Kleingeld an die Hand gegeben, die Kapazitäten für die Impfstoff-Produktion auszubauen.

Dann wären die Preise wieder gefallen und ärmere Länder hätten schnell und günstig mit Impfstoff versorgt werden können. Indem man die Beschaffung des Impfstoffs in die Hände der EU legte, wurden vor allem solche Länder zuerst beliefert, die nicht zur EU gehören und bereit waren, höhere Preise zu zahlen. Dabei haben die EU-Länder wie Deutschland noch nicht einmal etwas gespart: Denn die günstigeren Einkaufspreise gehen einher mit einem längeren Lockdown und einem Verlust an Wohlstand, der bei einer rechtzeitigen Versorgung mit Impfstoff geringer ausgefallen wäre.

Anstatt nun diesen Fehler einzusehen, verlangen Verfechter sozialplanerischer Massnahmen, sprich: Anhänger des Sozialismus, noch mehr Eingriffe in den Markt. Wenn der Staat versagt, braucht es nach ihrer Logik noch mehr Staat und so werden Forderungen laut, die Impfstoff-Hersteller zu enteignen und überhaupt den Kapitalismus zu überwinden, denn Sozialismus führt zu mehr Sozialismus und nur selten zur Einsicht, dass er noch nie irgendwo auf der Welt imstande war, etwas anderes als Repression und Wohlstandsverlust hervorzubringen.

Chinas Macht, Europas Ohnmacht

Chinas Macht gründet auf seiner Wirtschaft, die sich schon seit Jahrzehnten dem Markt verschrieben hat, sodass vom Kommunismus einzig das System aus Überwachen und Strafen geblieben ist. Dass diese süss-bittere Melange aus Freiheit und Autoritarismus vielleicht gar nicht so gut funktioniert wie die einen hoffen und die anderen befürchten, legt jedenfalls die Tatsache nahe, dass das chinesische BIP zum Teil wenig solide ist und die Wirtschaft stärker erscheinen lässt, als sie ist. Auch das Vorhaben der staatlichen Punktevergabe für regierungskonformes Verhalten ist ins Stocken geraten, weil auch in China sich Widerstand regt, der freilich nicht gar so eruptiv ausfällt, wie dies im Westen der Fall wäre, käme man dort auf Idee, ein vergleichbares System einzuführen. Bleibt auch die grosse Systemkonkurrenz aus und wird China die USA als neue Weltmacht so bald nicht ablösen, so gerät Europa doch zunehmend ins Hintertreffen, ist doch der Aufstieg Chinas, trotz allem, unaufhaltsam und hält das Land mittlerweile den Rekord im Einwerben direkter ausländischer Investitionen. Chinas wachsende Macht geht vor allem zulasten Europas, das sich der Umverteilung und einem Phantom namens soziale Gerechtigkeit verschrieben hat.