Solidarität mit Özdemir, Mutlu & Co.!

Über die Armenien-Entschliessung des Bundestages mag man denken, was man will. Wir haben gute Gründe genannt, ihr gegenüber skeptisch zu sein. Dass deutsch-türkische Parlamentarier durch die Türkei unter Druck gesetzt werden, sollte aber niemanden kalt lassen.

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Genozid und Staatsräson

In Deutschland herrsche eine “repressive Atmosphäre” in Bezug auf die Ereignisse von 1915, liest man in einer Stellungnahme der türkischen Botschaft anlässlich der Entschliessung des deutschen Parlaments, in diesem Zusammenhang von einem Völkermord an den Armeniern zu sprechen.

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Die Hagia Sophia und das Ende des 1. Weltkrieges

Dass die Hagia Sophia in Istanbul wieder zu einer Moschee gemacht werden soll, ist ein Gedanke, der in der türkischen Politik und Öffentlichkeit immer wieder einmal aufkommt. Die Frage nach ihrer Bestimmung geht im wesentlichen bis auf das Jahr 1919 zurück, als in Paris die Friedenskonferenz tagte. Ein Artikel des Turkologen Klaus Kreiser in der “SZ” bietet eine gute Gelegenheit, sich einmal anzuschauen, welche Debatte damals ihrer Umwandlung in ein Museum vorausging.

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Immer nur Israel (2)

Es geht immer noch ein bisschen absurder. Shlomo Sand, ein israelischer Historiker, der durch die These bekannt wurde, dass es ein jüdisches Volk nicht gebe, legt in der NZZ nach. Seine Argumente lassen sich wie folgt zusammenfassen: Das Judentum sei kein Volk, sondern nichts weiter als eine Religionsgemeinschaft, deren Mitglieder in der Geschichte nur durch gemeinsame Riten miteinander verbunden waren. Erst der Staat Israel habe so etwas wie ein Volk geschaffen, jedoch kein jüdisches, sondern ein israelisches. (Forts. des Blogbeitrags vom 04.01.2014)

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Mitteilungen aus Kilis (18)

Einige der türkischen Anhänger von Assad machen in der Türkei Propaganda für eine extrem gefährliche Sache. Sie behaupten, dass die Opposition den chemischen Angriff vorgenommen habe, nachdem die Türkei sie mit den entsprechenden Waffen ausgerüstet hat. Erdogan selbst soll die syrische Opposition mit Waffen versorgen.

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Mitteilungen aus Kilis (16)

Nachrichten aus Syrien zufolge machen die Rebellen bemerkenswerte Fortschritte an mehreren Fronten. Vor zwei Tagen ist der Flughafen Minnigh in ihre Hände gefallen. Nach der Märtyrer-Operation eines saudischen Mannes folgten weitere Selbstmordoperationen und die Einnahme des Flughafens als grösster Festung in Nordsyrien war vollzogen.

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Mitteilungen aus Kilis (4)

Die Syrer sitzen in diesen Tagen vor den Fernsehschirmen. Sie fassen sich mit ihrer einen Hand an ihre leeren Bäuche und mit der anderen nach der Fernbedienung. Sie suchen nach einer Nachricht, die da lautet: Raketenabschüsse und Luftangriffe werden eingestellt.

Vielleicht gibt es nichts dringenderes, was am Horizont sich abzeichnet. Doch dass die Arabische Liga die neue Regierung als legitim und einzige Vertreterin des syrischen Volkes ist von enormer Bedeutung. Ich hoffe, dass die Europäer und Amerikaner dem Beispiel der Araber folgen werden.

Es ist die einzige Lösung, um die Opposition zu unterstützen, damit sie ein Staat wird und wir das Chaos der bewaffneten Milizen hier und dort loswerden. Vielleicht wird Assad demnächst das Töten intensivieren, um die Welt unter Druck zu setzen, damit sie sagt: er bleibt wo er ist.

Leider rückt dieses Szenario näher. Wenn die Welt sich nicht militärisch bewegt, um diesen Verbrecher zu stoppen, dann wird die Welt demnächst noch mehr Morde und Verbrechen erleben.

Hier an der türkisch-syrischen Grenze ist die illegale Einwanderung nach Europa gängig. Die Preise betragen 5.000 Euro pro Person und es besteht die Möglichkeit, sogar Menschen zu schleusen, die über keinen Reisepass verfügen. Mit jedem Tag kommen  Wellen von Syrern auf die Europäer zu.

Vielleicht gehört es zur Dialektik der Geschichte, wie es in einer historischen Quelle heisst, dass die Syrer zunächst nach Italien und Griechenland ausgewandert waren. Ihre Auswanderung geschah aufgrund der Blüte von Rom und Athen, was die grosse formale Ähnlichkeiten zwischen ihnen erklärt, ebenso wie die Tatsache, dass elf Kaiser syrischer Herkunft waren.

Heute kehrt die Geschichte wieder. Damals war der Grund für die Migration, dass die Perser viele Syrer getötet hatten – und heute genauso. Und Bashar al-Assads Wurzeln gehen auf die heutigen Perser zurück. Sie sind diejenigen, die ihn durch Fatwas von Khamenei, al-Buti und Nasrallah zum Mord befähigen.

Der syrische Schmerz ist gross. Die türkische Regierung öffnet die Tür einen Spalt weit für die Syrer, indem sie ihnen Aufenthalt gewährt. Aber was ist mit denen, auf deren Reisepässe Geldstrafen erhoben werden, weil sie ihren Aufenthalt in der Türkei überzogen haben, darunter auch ich. Auf meinem Pass sind Bussen in Höhe von rund 300 Euro angelaufen. Ich bin illegal in die Türkei zurückgekehrt – was ist mit solchen wie mir?

Der Weg ist lang, es gibt viele Schwierigkeiten und das Leben für die Syrer hier ist sehr schwierig. Noch einmal: Die Lösung besteht darin, die neue legitime Strömung des syrischen Volkes und die neue Regierung zu unterstützen. Die internationale Gemeinschaft muss uns, den syrischen Flüchtlingen, helfen.

In meiner Korrespondenz mit dem schwedischen Botschafter sagte mir dieser, dass, wenn ich keine Verwandte in Schweden hätte, es für mich keine Möglichkeit gebe, in das Land zu reisen, weil keine Flüchtlinge aufgenommen werden. Dann fügte er hinzu: Oder durch die Heirat mit einer Schwedin. Wo ist diese Frau? Gehören Aufnahme und Hilfe für syrische Flüchtlinge zu den Prioritäten der schwedischen Frauen?!

Es wäre in diesem Fall aber auch kein Problem, wenn es so wäre. Denn das syrische Gesetz erlaubt die Polygamie.

Türkisch-syrisch Grenze, 26.3.2013

(Aus dem Arabischen von Michael Kreutz)

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