Raketenbasis Gaza

Wie hochgerüstet ist eigentlich der Gazastreifen? Eine der Hamas nahestehende Quelle behauptet: Auch wenn es Ägypten gelingen sollte, die Schmuggeltunnel zu schliessen, so wird es dennoch möglich sein, Raketen in Gaza zu produzieren – Raketen mit einer grösseren Reichweite als je zuvor. Das berichtet “Middle East Online”.

Es wird geschätzt, dass die Hamas vor Beginn der israelischen Operation über etwa 10.000 Raketen verfügte. Nach israelischen Angaben wurden 1500 Ziele in Gaza getroffen, darunter 19 Hauptquartiere, sowie 26 Waffenlager und 980 unterirdische Raketenabschussstationen. “Middle East Online” berichtet des weiteren unter Berufung auf die israelische “Haaretz”, dass Raketen vom Typ Fajr 5, die aus iranischer Produktion stammen und seit zwei Jahren nach Gaza geschmuggelt werden, mittlerweile wohl den grössten Teil des dortigen Raketenarsenals ausmachen.

Von iranischer Seite hiess es, dass keine Raketen vom Typ Fajr 5 geliefert werden, sondern direkt die Technologie, um die Raketen dann vor Ort und in sehr kurzer Zeit zu produzieren. Auch die Hamas bestreitet, dass Fajr 5-Raketen über Schmuggeltunnel von ägyptischer Seite aus ihren Weg nach Gaza finden, sondern dass die Hamas selbst in der Lage sei, Raketen mit einer Reichweite von 75 km herzustellen.

Immerhin gelang es der israelischen Iron Dome-Technologie, 90% der insgesamt 412 aus dem Gazastreifen abgeschossenen Raketen abzufangen. Vor allem aber: Während die Hamas es nicht für nötig hält, sich an ethische Grundsätze zu halten, hat Israel während der Kampfphase die Lieferung von Benzin, Wasser und Elektrizität nach Gaza aufrechterhalten – alles andere wäre auch als Kollektivbestrafung der Bevölkerung von Gaza verstanden worden. Eine gewisse Sorte von Israelkritikern ficht das freilich nicht an (s. auch hier).

Dazu gehört auch die Haaretz-Reporterin Amira Hass, die ich für ihren langjährigen Einsatz in den besetzten Gebieten durchaus bewundere, die aber nicht sehen will, dass der Fanatismus der Hamas nichts mit irgendwelchen Siedlungen im Westjordanland zu tun hat. Man lese es nach in der “Charta der Hamas” (Lang-, Kurzfassung). Ganz Palästina gehört demnach zum islamischen Waqf – unteilbar und bis ans Ende aller Zeiten!

Zahar: Gaza freies Land

Der Gazastreifen ein Gefängnis? Noch immer von Israel besetzt? Nein, sagt einer, der es wissen muss: Mahmoud al-Zahar, einer der Führer der Hamas im Gazastreifen, stellt im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Ma’an klar, dass von Besatzung keine Rede sein kann.

Speaking to Ma’an, Zahhar asserted that “Gaza is free of occupation, and contiguity with the outside world is easier as visitors from all over the world visited the coastal enclave.”

Das ist nicht die erste Äusserung Zahars in dieser Richtung. Ein Übersetzungsfehler darf übrigens ausgeschlossen werden, denn auch die arabische Fassung der Meldung zitiert Zahars Wort von Gaza als einem befreiten Land und dass er selbst nicht mehr zum Widerstand von dort aus aufrufe. Dieser solle sich künftig auf das Westjordanland beschränken, das allein unter israelischer Besatzung stehe. ((وان الزهار نفسه يقول أن غزة ارض محررة ولا داعي للمقاومة من هنا، بل المقاومة يجب أن تكون في الضفة الغربية حيث الاحتلال الإسرائيلي.. وان الزهار لا يرى الاحتلال موجودا في غزة))

Gut zu wissen.

[Aus dem Archiv.]

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