Radikalismus und Gewalt

Dschihadisten schenken sich nichts

Der sog. “islamische Staat” vertreibt seine Hasspropaganda in einem besonders aufwendigen, geradezu edel wirkenden Design, wie man ihn sonst nur von westlichen Hochglanzmagazinen kennt. Da will die Konkurrenz von der Nusra-Front, einem Ableger von al-Qaida, nicht nachstehen und hat eine eigene Publikation unters Volk gebracht, die in derselben Design-Liga spielt wie die Propaganda des “islamischen Staates” – und ist genau gegen diesen gerichtet.

Unter der Überschrift “Der islamische Staat – Kalifat der Tyrannei und der Korruption (fasād)” prangt ein Bild des “Kalifen” Abū Bakr al-Baġdādī, eingerahmt von einem modrigen Galgen und zwei Geiern, die ihn umkreisen. Wichtig ist hierbei die Konnotation des arabischen Begriffes “fasād”, der im heutigen Sprachgebrauch “Korruption” bedeutet, im koranischen Kontext aber eher “Verderben”. So heisst es in Sure 5:33, dass diejenigen, die Krieg gegen Gott und seinen Propheten führen und Verderben (fasād) auf die Erde bringen, drastische Strafen wie Tötung oder Kreuzigung zu gewärtigen haben.

Merke: Dschihadisten schenken sich gegenseitig nichts.

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