Dass der Islam mit dem Grundgesetz unvereinbar sei, gehört zum Glaubenbestand von Rechtskonservativen. Dies zeugt von einem merkwürdigen Verständnis des liberal-demokratischen Rechtsstaates.
Kategorie: Religion und Gesellschaft
Angesichts der Tatsache, dass säkulare Gesellschaftskonzepte wenig Resonanz in den islamischen Gesellschaft finden, stellt sich die Frage, welche innerislamischen Kräfte gegen den politischen Islam mobilisiert werden können. Liegt die Hoffnung im Sufismus?
Erstaunliches erfährt man dieser Tage aus einem Interview mit einem deutschen Arabisten. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, auch, weil die hier zum Ausdruck kommende Denkweise typisch für nicht wenige Vertreter des Faches ist.
Der Attentäter von Istanbul hat sich gezielt Israelis als Opfer ausgesucht – aber was sagt Aiman Mayzek vom Zentralrat der Muslime: «Nach den schrecklichen Anschlägen in Istanbul und Ankara erleben wir, dass die Terroristen nicht darauf schauen, wen sie in die Luft sprengen.«
(Forts.)
Hinzu kommt ein seit der Renaissance sich abzeichnender Individualismus, der vor allem in der Kunst sichtbar wird. Dieser Prozess spielte sich aber vor allem im westlichen, lateinischen Europa ab, weniger im östlichen, orthodoxe Europa oder in der arabisch-islamischen Welt. Ein weiterer Graeco-Arabist, Gotthard Strohmaier, kritisiert, dass der Diskurs über die Bedeutung der arabischen Wissenschaften für Europa ideologisch stark aufgeladen ist.
(Forts.)
Hier zeichnet sich etwas ab, was man in den historischen Wissenschaften als „Pfadabhängigkeit‟ bezeichnet, denn die Arabische Welt schlug eine andere Welt ein, was zunächst einmnal verwundern muss, hatte sie doch hervorraagende Mathematiker und Naturwissenschaftler hervorgebracht.
(Forts.)
Denn mit ihr änderte sich auch die Stellung des Menschen im Universum, was später einen Nachhall in der Relativierung konfessioneller Dogmen und der Entstehung des Deismus finden sollte. Kopernikus selbst stellte sein Werk in die Tradition des Humanismus, seine Theorie wurde zum „Seinsmodell der Neuzeit‟ (Hans Blumenberg).
Ich weiss nicht, wer «wir» ist, von dem der «Welt»-Autor da redet und kenne auch nicht den Anlass für seinen Artikel, aber dieser ist es wert, sich ein wenig näher mit ihm zu beschäftigen. Das ganze hat nämlich eine Pointe, die uns auch zum Thema Islam führt.
Als ich das erste Mal in Syrien war, wurde ich eines Tages auf offener Strasse von einer jungen Frau angesprochen. Sie war Europäerin, aus Schottland, und sie bat mich, sie ein Stück des Weges zu begleiten. Sie werde immer aufs Übelste belästigt und benötige daher Schutz.
Acht Jahre ist es her, seitdem der amerikanische Nahostkenner Martin Kramer darauf hingewiesen hat, dass mit den Berechnungen eines John Esposito etwas faul ist.
