Kritik des Paternalismus, Religion und Gesellschaft

Ohne Wenn und Aber

Ist Tariq Ramadan ein Extremist? Lesen Sie selbst, was der Prophet eines Euro-Islam schreibt (Hervorhebung von mir):

Es gibt einfach zu wenig politische Parteien, die Klartext reden und sich deutlich gegen die Islamisierung sozialer und wirtschaftlicher Probleme aussprechen. Wir brauchen endlich wieder eine unmissverständliche Politik, die klar macht, was Gleichberechtigung in der Schule heißt, was Gleichberechtigung an sich bedeutet und wie die Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt zu beenden ist. Wir müssen wieder zu einer Politik finden, die diesen Namen verdient, und wir dürfen nicht den Scharlatanen auf den Leim gehen, die mit Emotionen Stimmen fangen. Wir brauchen Politiker, die Courage an den Tag legen und klar benennen, dass jeder, aber auch jeder, der ein Problem als „Kampf der Kulturen“ ausgibt, ein Rassist ist. Ebenso wie jeder, der bei sozialen Problemen die Religion, sprich: den Islam ins Spiel bringt, ohne Wenn und Aber ein Rassist ist.

Wenn jeder pauschal ein Rassist ist, der Terroranschläge, die im Namen des Islam begangen werden, mit dem Islam in Verbindung bringt, dann ist dies das Ende jeder Debatte. Bleibt nur noch, dass derartige Äusserungen unter Strafe gestellt werden.

Will Ramadan das? Im ungefähren zu bleiben ist ein beliebtes Stilmittel der Demagogie. Natürlich sagt Ramadan an keiner Stelle, dass es von Gesetzes wegen verboten gehört, islamistischen Terrorismus mit dem Islam in Verbindung zu bringen. Doch warum nennt er als einzigen Berufsstand die Politiker, wenn es darum geht, “Courage an den Tag zu legen”? Warum nicht Bäcker, Briefträger, Mediävisten oder Zahntechniker?

Der Leser versteht: Wenn die Attentate des 11. September nichts mit dem Islam zu tun haben (was theologisch sogar zutreffen mag) und also jeder ein Rassist ist, der sie mit dem Islam zu erklären versucht, dann sind Gesetze, die diesen Rassismus entsprechend sanktionieren, der logische nächste Schritt. Diese Gesetze zu erlassen wird dann die Aufgabe der Politik sein.

Gewiss doch: Explizit gefordert hat Tariq Ramadan so etwas natürlich nicht.

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