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Iran

Als München für einen Tag Persisch sprach

Sie kamen aus ganze Europa, manche mit dem Flugzeug, andere reisten achtzehn Stunden mit dem Zug an: Ganze 160.000 Teilnehmer sollen sich zur Kundgebung gegen die Islamische Republik angemeldet haben, die auf der Münchner Theresienwiese stattfand. Erschienen sind 250.000, zu sehen war ein Meer von iranischen Fahnen.

Die iranischen Fahnen, das sind natürlich die mit Löwe und Sonne (shir-o-khorshid) darauf, dazwischen fanden sich auch deutsche, britische und israelische Flaggen. München sprach Persisch, so viele Iraner strömten in die Stadt und zeigten der Welt, dass sie gegen das Regime zusammenstehen. Von wegen, die Opposition ist gespalten!

Live-Übertragung von «Iran International»

Die Iraner wollen mehrheitlich, das zeigt sich seit Jahrzehnten, eine säkulare Demokratie – und zwar unter Reza Pahlavi. Immer wieder war der Ruf «Javid Shah – Es lebe der Schah!» zu vernehmen. Reza Pahlavi war Gast der zeitgleich stattfindenden Münchner Sicherheitskonferenz und sprach auch auf der Theresienwiese.

Doch nicht nur in München zeigten Pahlavis Landsleute Flagge, um ihn zu unterstützen und gegen das Regime zu demonstrieren, auch in anderen Städten auf der ganzen Welt, von Newcastle und Glasgow über Amsterdam und London bis Sydney und Toronto, gingen Iraner mit der Löwe-und-Sonne-Flagge für einen Sturz des Regimes auf die Strasse.

Sie nennen es die «Löwe-und-Sonne-Revolution».


Nachtrag 15. Februar 2026

Jahrelang haben angebliche Iran-Experten behauptet, Reza Pahlavi könne keine Massen mobilisieren, doch wie der «Bild»-Journalist Iman Sefati, der selbst iranischer Herkunft ist und in München dabei war, zutreffend feststellt, konnte dieser Tage nicht nur jeder sehen, dass dies nicht stimmt; es konnte auch jeder sehen, dass die linken Gegenkräfte nicht annähernd so viele Menschen auf die Strasse zu bringen imstande sind: Zu einer Gegendemo in Brüssel sind gerade einmal 700 Teilnehmer erschienen.

Von Michael Kreutz, Dr. phil.

Orientalist (Dr. phil.), Politologe & Kulturjournalist. Website: www.michaelkreutz.net

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