Radikalismus und Gewalt

Mission impossible

Die Terrororganisation ISIS hat ein fünfzehnseitiges Traktat „Warum der islamische Staat?“ herausgebracht, der sich nicht an den Westen, sondern an die Muslime richtet. Darin wird der Praxis vieler Salafisten im Westen, die Glaubensfreiheit zur Mission zu nutzen, eine Absage erteilt, habe doch der Prophet selbst zuerst eine islamische Herrschaft errichtet und danach Mission betrieben, und das, obwohl die damalige Zahl der Muslime im Vergleich zu heute verschwindend gering war. Unter den Umständen, wie sie im Westen herrschen, sei eine Mission jedenfalls nicht möglich.

Ohnehin sei die Freiheit des Westens eine „Freiheit von Verrückten“, die sich in Atheismus, Unzucht, Korruption und Ungerechtigkeit niederschlage. Das einzige, was der Westen den Muslimen gestatte, sei es, den Islam zu verwässern, sich für Toleranz mit den Unterdrückern auszusprechen, mit Kriminellen zusammenzuleben und Extremismus, Terrorismus und Dschihad abzulehnen. Es ist bemerkenswert, dass letzterer hier in einer Reihe mit Extremismus und Terrorismus genannt wird, und zwar gleichermassen mit positivem Bezug.

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