Europa, Radikalismus und Gewalt

Abscheu vor dem Westen

Never surrender

 

Nun ist ein Bekennerschreiben des IS-Todeskultes aufgetaucht. Wenn es authentisch ist, dann gibt es uns Aufschluss über die Motive für die feigen und ehrlosen Massaker, die der Kult in Paris angerichtet hat.

Genannt werden: Die forgesetzte Beleidigung des Propheten und der französische Einsatz in Syrien. Die beiden Nationen Frankreich und Deutschland, deren Mannschaften zum Zeitpunkt der Massaker gerade ein Fussballspiel austrugen, werden als Kreuzfahrerstaaten bezeichnet.

Würde es Frankreich und dem Westen also helfen, wenn wir unsere Meinungsfreiheit einschränkten und Mohammed-Karikaturen verböten?

Würde es Frankreich und dem Westen helfen, wenn wir einfach aufhörten, gegen den Todeskult des IS in Syrien und dem Irak vorzugehen?

Die Antwort lautet in beiden Fällen Nein. Denn das Belennerschreiben macht deutlich, dass es in Wahrheit noch um etwas ganz anderes geht.

Paris wird darin als “Hauptstadt der Prostitution und der Verdorbenheit” (ʿāṣimat al-ʿihr wa-r-raḏīla) geschmäht, das angegriffene Bataclan-Theater als Ort bezeichnet, an dem sich hunderte “Ungläubiger” zu einer “sündigen Feier der Prostitution” (ḥaflat ʿihr fāǧira) versammelt haben.

Darum geht es: Um den Abscheu vor dem, wofür der Westen steht. Angela Merkel hat es ganz zutreffend formuliert, als sie davon sprach, dass die Menschen, um die wir trauern “das Leben freier Menschen leben” wollten, “in einer Stadt, die das Leben feiert.”

Der Todeskult des IS will keine freie Menschen und kein freies Leben. Er ist die Negation westlicher Werte. Er bringt Leid über Menschen, aber er wird nicht siegen. Weil er selbst keine Werte hat, auf denen sich eine Zivilisation errichten liesse.

(Foto: Gedenktafel in Paris, (c) Michael Kreutz)

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