Radikalismus und Gewalt

Fauliges Osterei

“Wollen wir den totalen Krieg?” fragt ein “Spiegel”-Kolumnist, der auch nur irgendwie weiss, dass man Terroristen nicht bekämpft, indem man Törtchen nach ihnen wirft, aber mit Bomben eben auch nicht. Womit aber dann?

Da die Terroristen von Brüssel, Paris et al. meist “homegrown” sind, kann das Militär nicht viel ausrichten, da muss erst die Software aus den Köpfen heraus. Und wer jetzt glaubt, der Terrorismus im Namen des Islam könnte wenigstens zum Teil vielleicht auch etwas mit dem Islam zu tun haben, der sei belehrt: “Er ist eine westliche Konstruktion, derer wir bedürfen, um uns das Eigene, das wir im Terror erkennen, vom Leib zu halten.”

Um sich intellektuell als Nahost- und Islamexperte auszuweisen, genügt es bekanntlich, Edward Said gelesen zu haben. Ein Standardtopos: Das andere wird nur aus dem Eigenen konstruiert. Wir zeigen mit dem Finger auf den islamischen Terrorismus und meinen doch nur uns selbst. Heiliger Edward, bete für uns.

Der das schreibt ist Jakob Augstein, von dem man bislang vor allem wusste, dass er mit dem Judenstaat ein Problem hat. Und mit dem Kapitalismus, der auch dieses Mal die Schuld tragen muss, weil er doch die Ausgestossenen erst produziert, die dann zur Waffe des Terrorismus greifen – ein ohrenbetäubender Schrei nach Anerkennung.

So wie Augstein nichts dafür kann, stets aufs Neue den Terrorismus zu entlasten, kriegt er auch dieses Mal ganz wie von selbst die Kurve, um wieder bei Israel zu gelangen und den Kampf gegen den Terror zur Kapitulation vor selbigem zu erklären. Bleibt nur noch Paulus mit seiner Katallagē (Versöhnung): den Terrorismus zum Verschwinden bringen zu wollen heisst den Terroristen vergeben.

Ein hübsches Osterei, das Augstein da seiner Leserschaft präsentiert. Nur faulig, statt schmackhaft.

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