Wie absurd öffentlich Debatten zuweilen verlaufen können, zeigt sich dieser Tage am Beispiel des Wochenblatts «Die Zeit». Dort hatte man die aktuelle Migrationskrise aufgreifen wollen und zwei Redakteure ein Pro & Contra zum Thema private Seenotrettung schreiben lassen und unter der Überschrift «Oder soll man es lassen?» gross ins Blatt gehoben.
Kategorie: Europa
Dass ich nicht in einem ethnisch homogenen Land leben möchte und mir Deutschland, meine Heimat, nur als weltoffenes Land vorstellen kann, ist eine Haltung, die ich mit ziemlich vielen Landsleuten teilen dürfte und ich möchte sogar behaupten, mit den meisten.
Spanien in der Krise
Stolz verkündet die katalanische Regionalregierung das Ergebnis des Referendums: Neunzig Prozent haben demnach für die Unabhängigkeit gestimmt und ein klares Votum für die Abspaltung Kataloniens von Spanien gegeben. Tatsächlich?
Ein Europa der flexiblen Geometrie
Die EU befindet sich in einer fundamentalen Krise: So haben laut dem Ökonomen Hans-Werner Sinn einzelne Mitgliedstaaten ihr Staatsdefizit in Prozent des BIP seit 1996 insgesamt 165 Mal überschritten, wobei in 112 Fällen die EU-Kommission eine Strafe hätte verhängen müssen. Diskutiert wird aber vor allem über die Schicksale einzelner Mitgliedsländer, seien es Grossbritannien, Griechenland oder Italien.
Was rechte und linke Populisten eint
Integriert ist man, wenn man in eine Gesellschaft hineingeboren wird — oder aber sich seinen Platz in der Gesellschaft erwirbt. Das geht, indem man die Landessprache erlernt, sich ein soziales Umfeld schafft und eine Existenz aufbaut. Der Einwanderer wird somit Teil der Gesellschaft, in der er seinen Lebensmittelpunkt findet und der seine Loyalität gilt. Im Idealfall wird dieser Prozess durch die Verleihung der Staatsangehörigkeit gekrönt. Mit dieser identifiziert er sich, weil sich der einst Zugewanderte sie sich selbst erarbeitet hat.
Wie die EU zu retten ist
Der Brexit ist da – und schaut man sich deutsche Reaktionen darauf an, dann sieht man neben vielen sachlichen Kommentaren auch ein gerüttelt Mass an Hysterie. Mag sein, dass die Briten eine Entscheidung getroffen haben, die sich als kurzsichtig erweisen wird; dass der Ausstieg aus der EU mehr Nachteile als Vorteile bringt. Aber dass durchaus rationale Erwägungen bei der Entscheidung, die EU zu verlassen, überhaupt irgendeine Rolle gespielt haben könnten, kommt manch einem hierzualnde einfach nicht in den Sinn.
Was wäre so schlimm am Brexit?
Es mag gute Gründe gegen einen sog. Brexit, ein Ausscheiden Grossbritanniens aus der EU geben, zugleich offenbaren britische und deutsche Stimmen ganz unterschiedliche Vorstellungen von der EU und alte Denkmuster treten neu zutage. Gerade in der deutschen Öffentlichkeit wird die EU stark idealisiert wird, während in Grossbritannien selbst die Anhänger der EU weitaus pragmatischer argumentieren.
Ihr habt kein Recht
Was glauben die Attentäter von Brüssel und ihre Hintermänner vom sog. Islamischen Staat eigentlich, wer sie sind? Sie haben kein Recht, Gott zu spielen, darüber zu entscheiden, wer leben darf und wer nicht. Vor allem sind sie die letzten, die das Recht haben, sich als Opfer zu fühlen.
Wort des Tages
Rafik Schami über Europa und die Flüchtlingskrise:
«Also bitte nüchtern bleiben: Über 700 Millionen Europäer haben Angst vor zwei Millionen Flüchtlingen, während elf Millionen Jordanier und Libanesen – allein im Stich gelassen – bisher circa drei Millionen Flüchtlinge beherbergten.«
(Quelle: Kölner Stadtanzeiger vom 15.03.2016)
Als ich das erste Mal in Syrien war, wurde ich eines Tages auf offener Strasse von einer jungen Frau angesprochen. Sie war Europäerin, aus Schottland, und sie bat mich, sie ein Stück des Weges zu begleiten. Sie werde immer aufs Übelste belästigt und benötige daher Schutz.
